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Reisen in Zeiten extremer Wetterlagen: Europa wird zur neuen Risikozone

Hurrikans, Taifune und schwere Sturmsysteme galten lange als Risiken ferner Reiseziele in der Karibik oder Asien. Doch diese Zeiten sind vorbei: Extreme Wetterereignisse treffen zunehmend auch Regionen, die bislang als vergleichsweise sicher galten – darunter Teile Europas und des Mittelmeerraums.

|  Hurrikan (c) pixabay

Zu diesem Ergebnis kommt der neue "Hurricane Informer 2026", den Safeture gemeinsam mit Riskline veröffentlicht hat. Die Analyse zeigt: Steigende Meerestemperaturen und veränderte Wetterlagen führen dazu, dass tropische Stürme immer häufiger außerhalb ihrer traditionellen Entstehungsgebiete auftreten. Hinzu kommt ein weiterer Risikofaktor: Zwischen Juni und November wird mit einem sehr starken El-Niño-Phänomen gerechnet.

Dabei handelt es sich um eine natürliche Erwärmung der Oberflächengewässer im tropischen Pazifik, die das globale Wettergeschehen beeinflusst und häufig mit höheren Durchschnittstemperaturen sowie veränderten Niederschlags- und Sturmaktivitäten einhergeht. In Kombination mit den langfristig steigenden Meerestemperaturen könnte El Niño die Entstehung und Intensität extremer Wetterereignisse zusätzlich begünstigen.

Europa: Neue Risikozonen entstehen

Zwar schützt Europas gemäßigtes Klima den Kontinent weiterhin weitgehend vor direkten Hurrikan-Treffern. Doch die Auswirkungen tropischer Sturmsysteme sind zunehmend spürbar. Die Überreste tropischer Stürme können auch hier schwere Regenfälle, Überschwemmungen und zerstörerische Windböen verursachen.

Gleichzeitig nimmt die Zahl sogenannter "Medicanes" – mediterraner Wirbelstürme – zu. Bereits die Sturmsaison 2025/26 brachte mehrere außergewöhnlich starke Wetterlagen über Süd- und Westeuropa. Die Stürme "Amy" und "Benjamin" im Oktober 2025 sowie "Goretti" und "Leonardo" Anfang 2026 führten zu erheblichen Beeinträchtigungen des Straßen- und Bahnverkehrs. Umgestürzte Bäume, lokale Überschwemmungen und beschädigte Infrastruktur sorgten vielerorts für massive Einschränkungen.

"Extreme Wetterereignisse entwickeln sich zunehmend zu einem globalen Reiserisiko – auch in Regionen, die bislang kaum damit in Verbindung gebracht wurden", sagt Marcel Brandt, Chief Sales Officer von Safeture: "Vorbereitung und schnelle Information werden deshalb zu entscheidenden Faktoren für sichere und resiliente Mobilität."

Weltweit steigen Intensität und Unsicherheit

Besonders stark betroffen bleiben weiterhin die klassischen Hurrikan- und Taifunregionen. In der Karibik wurden während der Saison 2025 insgesamt 13 benannte Stürme registriert - darunter fünf Hurrikans und vier schwere Hurrikans. Auf Jamaika führte Hurrikan "Melissa" zeitweise zur Aussetzung des Flugverkehrs. Auch Teile der USA, Mexikos und Mittelamerikas kämpfen weiterhin mit den Folgen besonders intensiver Wirbelstürme der vergangenen Jahre.

In Asien - einer der weltweit am stärksten exponierten Regionen - verursachten mehrere Taifune erhebliche Schäden. Auf den Philippinen kamen nach den aufeinanderfolgenden Taifunen "Tino" und dem Supertaifun "Uwan" im November 2025 insgesamt 297 Menschen ums Leben. Der Supertaifun "Sinlaku" erreichte Anfang 2026 Windgeschwindigkeiten von nahezu 300 km/h und gilt bislang als stärkster tropischer Wirbelsturm des Jahres.

Gute Vorbereitung wird immer wichtiger

Auch in Afrika und Ozeanien zeigten die vergangenen Monate die zunehmende Verwundbarkeit vieler Reiseziele. Auf Madagaskar forderten die Tropenstürme "Fytia" und "Gezani" zahlreiche Todesopfer und zwangen zehntausende Menschen zur Flucht. In Papua-Neuguinea hinterließ der tropische Wirbelsturm "Maila" schwere Schäden an kritischer Infrastruktur und führte zu erheblichen Versorgungsengpässen.

Für Reisende gewinnen eine gute Vorbereitung, die Beobachtung aktueller Warnhinweise und eine flexible Reiseplanung zunehmend an Bedeutung. Der "Hurricane Informer 2026" von Safeture und Riskline bietet hierfür einen aktuellen Überblick über regionale Risiken und praktische Empfehlungen, wie sich Geschäfts- und Urlaubsreisende auf extreme Wetterereignisse vorbereiten und im Ernstfall angemessen reagieren können. (red)





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