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Geschäftsreisen im Jahr 2026: Wertvoll, unsicher und frustrierend

Viele Beschäftigte erleben berufliche Reisen als bereichernd. Sie stärken Beziehungen und tun dem Wohlbefinden gut. Gleichzeitig wachsen bei vielen Geschäftsreisenden die Vorbehalte. Gründe sind Sicherheitsbedenken, Reiseunterbrechungen und steigender Druck.

|  Foto: shutterstock / Peshkova

Das zeigt die achte Global Business Travel Survey von SAP Concur. Für die jährliche Studie wurden 3.300 Geschäftsreisende aus 21 Märkten, 800 Travel Manager aus acht Märkten und 700 CFOs aus sieben Märkten befragt.

„Geschäftsreisen haben für Unternehmen weiterhin großen Wert. Die Erwartungen der Mitarbeiter an diese Reisen verändern sich jedoch“, sagt Charlie Sultan, President, Concur Travel bei SAP Concur: „Geschäftsreisende schätzen den persönlichen Austausch und die Zusammenarbeit vor Ort. Sie erwarten Reisen, die reibungslos, sicher und einfach zu organisieren sind. Für Unternehmen bringt das neue Chancen und Anforderungen mit sich, wenn sie ihre Geschäftsreiseprogramme weiterentwickeln.“

Geschäftsreisen als persönlicher Gewinn

Trotz anhaltender Störungen im internationalen Reiseverkehr erleben viele Mitarbeiter ihre Geschäftsreisen weiterhin als persönlichen und beruflichen Gewinn. Weltweit sagen 93% der Geschäftsreisenden, dass berufliche Reisen ihrem mentalen oder körperlichen Wohlbefinden gut tun. Als wichtigste Vorteile nennen sie eine Pause vom Büro oder Homeoffice (45%), einen Tapetenwechsel für neue mentale Energie (44%) und den persönlichen Kontakt mit Menschen, die sie sonst nicht treffen (36%).

Für Eltern haben Geschäftsreisen in einigen Punkten sogar einen noch höheren persönlichen Nutzen. Sie nennen häufiger eine Auszeit von familiären oder privaten Verpflichtungen als Reisende ohne Kinder (33% vs. 26%). Auch Wellness-Angebote (33% vs. 25%) und zusätzliche Möglichkeiten für Sport und Bewegung (22% vs. 14%) spielen für sie eine größere Rolle.

Der strategische Wert der Geschäftsreisen

Auch Finanzverantwortliche sehen den strategischen Wert von Geschäftsreisen. Weltweit sagen fast alle befragten CFOs (97%), dass Geschäftsreisen für die Wachstumsstrategie ihres Unternehmens wichtig sind. 82% erwarten, dass das Reisebudget ihres Unternehmens in diesem Jahr steigen wird. Mit den höheren Kosten wächst aber auch der Rechtfertigungsdruck: 89% der CFOs sagen, dass die Travel Manager besser belegen müssen, wie Geschäftsreisen dazu beitragen, Unternehmensziele zu erreichen.

Diese stellen wiederum fest, dass sie den Return on Investment nachweisen sollen, dafür aber nicht genug Unterstützung aus dem Unternehmen bekommen. Mehr als vier von fünf Travel Managern (84%) halten es sogar für unmöglich, die Unternehmensziele ohne stärkere Unterstützung durch die Finanzleitung zu erfüllen.

Geschäftsreisen werden zunehmend stressiger

Auch wenn viele Mitarbeiter ihre Geschäftsreisen schätzen, begegnen sie ihnen zugleich mit wachsenden Vorbehalten. 67% geben an, dass sie in diesem Jahr zögern, geschäftlich zu reisen. Dahinter steht die wachsende Unsicherheit im internationalen Reiseumfeld: 31% der Befragten nennen Sicherheitsbedenken in Regionen mit geopolitischen Konflikten oder Spannungen als größte Sorge. 28% fürchten Flugverspätungen oder Flugausfälle und 16% nennen Bedenken bei Visa, Einreisestatus und digitalen Identitätsnachweisen.

Auch Overtourism spielt eine Rolle: 24% der Geschäftsreisenden geben an, dass sich die Überfüllung eines Reiseziels bereits negativ auf eine Geschäftsreise ausgewirkt habe. 87% versuchen daher, touristischste Gebiete zu meiden. Zu den größten Frustrationspunkten gehören höhere Kosten in überfüllten Reisezielen (43%) und Probleme bei der Mobilität (38%). 27% geben an, sich unwohl zu fühlen, wenn sie von vielen Menschen umgeben sind, und 26% berichten von erhöhten Sicherheitsrisiken.

Reisende erwarten mehr Unterstützung

Die Studie zeigt zudem, dass sich auf Geschäftsreisen die Erwartungen an die Arbeitgeber verändern. Mehr als ein Viertel der befragten Reisenden (27%) sieht vor allem den Arbeitgeber in der Verantwortung, ihre Sicherheit auf Dienstreisen zu gewährleisten. 2020 lag dieser Wert bei einer vergleichbaren Frage noch bei 18%. Die größte Verantwortung sehen viele Reisende aber weiter bei sich selbst. Mehr als ein Drittel (37%) nennt in erster Linie die eigene Verantwortung.

Beim Vertrauen in die Vorsorge des Arbeitgebers zeigt sich ein gemischtes Bild. Weltweit vertraut nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (58%), dass ihr Unternehmen sie im Ernstfall aus einem Land evakuieren könnte. Zugleich befürchten 86% der Travel Manager weltweit, dass ihr Unternehmen nicht genug für die Sicherheit der Geschäftsreisenden tut, obwohl die Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, angemessene Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter zu ergreifen.

Unter den befragten CFOs weltweit sehen allerdings nur knapp zwei von fünf (38%) das Unternehmen in voller Verantwortung. Die Mehrheit (57%) gibt an, dass Unternehmen zwar eine gewisse Verantwortung tragen, die Hauptverantwortung jedoch bei den Mitarbeiter liegt. Für mehr Sicherheit auf Geschäftsreisen können Unternehmen technologische Lösungen wie Standort-Tracking einsetzen. Weltweit sagen knapp vier von fünf Geschäftsreisenden (79%), dass sie zumindest teilweise damit einverstanden sind.

Die Zukunft ist eine Vertrauensfrage

Die Global Business Travel Survey 2026 von SAP Concur zeigt, dass Geschäftsreisen weiter zu Unternehmenswachstum, besserer Zusammenarbeit und einem positivem Mitarbeitererlebnis beitragen. Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, dass die Erwartungen der Unternehmen an ihre Reiseprogramme und die Erfahrungen der Mitarbeiter auf Geschäftsreisen zunehmend auseinandergehen.

Das beeinflusst das Wohlbefinden der Reisenden, ihr Vertrauen in die Unternehmensführung und den Umgang der Unternehmen mit ihrer Fürsorgepflicht. Unternehmen, die diese Lücke schließen, entwickeln Reiseprogramme, denen die Mitarbeiter vertrauen. Dafür braucht es klare Kommunikation, gute Governance und eine spürbare Unterstützung für die Reisenden - etwa durch Tools, die Geschäftsreisen erleichtern und Mitarbeiter gerne nutzen. (red)





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