GBTA-Prognose: Geschäftsreisepreise bleiben bis 2027 auf hohem Niveau
Laut dem neuen „Global Business Travel Forecast 2027“ der Global Business Travel Association und ALTOUR werden die Preise für Geschäftsreisen weltweit voraussichtlich bis Ende 2026 hoch bleiben und sich erst 2027 allmählich abschwächen.

Die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiepreise und die steigenden Lohnkosten bei Fluggesellschaften, Hotels, Transportunternehmen und Anbietern von Veranstaltungen wegen der Inflation und dem anhaltenden Fachkräftemangel werden das ganze Jahr über einen wesentlichen Einfluss auf die Preise für Geschäftsreisen haben, sagt die GBTA. Auch Verzögerungen bei der Flugzeugauslieferung und die Anforderungen an nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) werden ihren Tribut fordern.
Viele der Faktoren, die zu höheren Preisen führen, haben sich dabei zu langfristigen Merkmalen der Branche entwickelt und stellen nicht nur kurzfristige Störungen dar, warnt Michael Boult, SVP und CCO von ALTOUR: „Die gravierendsten Auswirkungen der energiebedingten Inflation Anfang 2026 beginnen sich abzuschwächen, aber wir werden für den Rest des Jahres eine erhöhte treibstoffbedingte Inflation sehen und das operative Umfeld für Geschäftsreisen wird nicht wieder so sein wie vor der Krise“.
Flugpreise steigen deutlich
Weltweit werden die Flugpreise in diesem Jahr durchschnittlich 756 US-Dollar erreichen - ein Anstieg von 4,7% gegenüber 2025. Für 2026 wird ein Preisanstieg in der Economy Class um 8,7% Prozent auf 536 US-Dollar prognostiziert, während die Ticketpreise für die Premium Economy, Business Class und First Class um 9,5% auf 4.488 US-Dollar zulegen dürften. Für 2027 wird dann ein moderaterer Anstieg der Flugpreise von durchschnittlich 1,5% erwartet.
Regional werden Kapazitätsengpässe, höhere Betriebskosten und anhaltende Lieferverzögerungen bei Flugzeugen zu höheren Flugpreisen führen - vor allem in Nordamerika und Europa. In Lateinamerika hingegen hält das Kapazitätswachstum mit der Nachfrage weiterhin Schritt, sodass die Flugpreiserhöhungen im Vergleich zu anderen Regionen noch im Rahmen bleiben.
Rekordzahl an Hotelneubauten
Die durchschnittlichen Tagespreise für Hotels weltweit werden den Prognosen zufolge im Jahr 2026 um 3,7% auf 168 US-Dollar steigen - gefolgt von einem moderateren Anstieg um 1,8% auf 171 US-Dollar im Jahr 2027. In Europa bleibt der Hotelmarkt dabei aufgrund der schwächeren Nachfrage am stabilsten, während in den anderen Regionen die starke Nachfrage durch eine Rekordzahl an Hotelneubauten kompensiert wird.
Die Unterschiede bleiben aber erheblich: Lateinamerika (+9,5%) wird 2026 das stärkste Wachstum der Hotelpreise verzeichnen, da die Nachfrage das Angebot an neuen Hotels übersteigt. Dahinter folgen Asien (+5%), das weiterhin von einer starken Nachfrageerholung in wichtigen Märkten profitiert und Nordamerika (+3,2%). Europa (+0,6%) bleibt der stabilste Hotelmarkt, was auf eine schwächere Nachfrage zurückzuführen ist.
Mietwagen und Veranstaltungen
Die Mietwagenpreise - der größte Bestandteil des organisierten Bodentransports - sanken 2025. Für 2026 wird ein Anstieg der Durchschnittspreise um 3,6% auf 46,50 US-Dollar pro Tag prognostiziert, bevor sie 2027 wieder um 0,9% auf 46,10 US-Dollar fallen. Im globalen Vergleich werden die Preise dabei im asiatisch-pazifischen Raum 2026 mit 57,70 US-Dollar pro Tag am höchsten sein, was einem Anstieg von 4,0% entspricht.
Während die ausgehandelten Gruppenhotelpreise relativ stabil bleiben, belasten die Kosten für Speisen und Getränke, Produktion und Arbeitskräfte weiterhin die MICE-Budgets. Die Kosten pro Teilnehmer und Tag werden im Jahr 2026 voraussichtlich um etwa 3,0 % auf 263 US-Dollar und im Jahr 2027 um 1,5 % auf 267 US-Dollar steigen.
„Unternehmen investieren trotz höherer Kosten und größerer Komplexität weiterhin in persönliche Kontakte, Kundenbeziehungen und Wachstum“, sagt Suzanne Neufang, CEO der GBTA: „Geschäftsreisen werden in diesem Jahr voraussichtlich mit mehr Unsicherheiten konfrontiert sein. In diesem Umfeld ist ein gut organisiertes Reiseprogramm unerlässlich. Die volle Ausschöpfung des Reisepotenzials hängt von Programmen ab, die auf strategischer Voraussicht, Daten und fundierten Entscheidungen basieren.“ (red)



