GBTA: Vertrauen in die Zukunft der Geschäftsreisen nimmt wieder zu
Das Vertrauen in die Geschäftsreisen hat den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht und sich damit deutlich von der Unsicherheit erholt, die die Stimmung noch Anfang des Jahres belastet hat. Die Erwartungen hinsichtlich Reiseausgaben, Reisevolumen und Umsatz steigen trotz anhaltender Sorgen über steigende Kosten und geopolitische Risiken.

Laut einer neuen Branchenumfrage der GBTA (Global Business Travel Association) unter mehr als 600 Geschäftsreiseexperten weltweit blicken fast zwei Drittel (63%) der Travel Manager und Anbieter optimistisch auf die kommenden zwölf Monate. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 41% in der GBTA-Umfrage vom April und den 59% im Jänner. Der Anteil der Pessimisten sank gleichzeitig von 24% im April auf 7%.
Der deutliche Vertrauensverlust im April aufgrund des Iran-Konflikts und der Sorgen um die Kerosinpreise hat sich also Regionen umgekehrt, betont Suzanne Neufang, CEO der GBTA: „Die positive Stimmung ist dabei nicht einfach auf mehr Reisen zurückzuführen, sondern darauf, dass Unternehmen immer bewusster entscheiden, wohin und warum sie reisen. Diese Kombination aus Zuversicht, Disziplin und strategischen Investitionen lässt auf eine anhaltende positive Entwicklung der Branche hoffen.“
15 Monate mit starken Schwankungen
Die Ergebnisse der GBTA-Umfrage zeigen, dass sich die Stimmung in den letzten Monaten deutlich verändert hat. Der Optimismus fiel im Juni 2025 auf 28%, stieg im Jänner 2026 auf 59% und sank im April auf 41%, bevor er im September wieder zunahm.
- Fast zwei Drittel der Befragten (63%) blicken optimistisch auf die Entwicklung der Geschäftsreisebranche in den nächsten zwölf Monaten - ein Anstieg um 22 Prozentpunkte gegenüber April.
- Nur 7% sind pessimistisch - eine deutliche Verbesserung gegenüber den 24%, die im April Pessimismus äußerten.
- Die Einkäufer von Geschäftsreisen und die Reiseanbieter bewegen sich im Gleichschritt. Der Optimismus steigt bei den Einkäufern von 39% auf 61% und bei den Anbietern und Reisebüros (TMCs) von 42% auf 64%.
- Europa verzeichnet regional die größte Trendwende. Im April war Europa die einzige Region, in der der Pessimismus den Optimismus überwog: 38% der Befragten waren pessimistisch, nur 21% optimistisch. Im September stieg die Zahl der Optimisten auf 55%, während die der Pessimisten auf 11% sank. Dennoch liegt der Optimismus in Europa weiterhin unter dem globalen Durchschnitt von 63%.
Ausgaben, Volumen und Umsatz
Die Erholung erstreckt sich nicht nur auf die Stimmung, sondern auch auf die Geschäftserwartungen für den Rest des Jahres 2026:
- Fast die Hälfte der Travel Manager (45%) erwartet, dass die Anzahl der Geschäftsreisen ihres Unternehmens im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 steigen wird - gegenüber 30% im April. Der Anteil derjenigen, die einen Rückgang erwarten, sinkt von 28% auf 16%.
- Mehr als die Hälfte der Travel Manager (56%) rechnet mit steigenden Reiseausgaben - gegenüber 43% im April. Travel Manager mit Sitz in Europa gehen am ehesten von höheren Ausgaben aus (65%).
- Fast die Hälfte (48%) der Anbieter und Reisebüros rechnet mit steigenden Umsätzen im Geschäftsreisebereich. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber 35% im April und liegt auf dem Niveau von 47% im Jänner. Der Anteil derjenigen, die mit sinkenden Umsätzen rechnen, sinkt von 27% im April auf 14%, liegt aber weiterhin über den 7% im Jänner.
- Unter den Travel Managern erwarten 31%, dass die Anzahl der Meetings in ihrem Unternehmen, die Geschäftsreisen erfordern, im Jahr 2026 steigen wird, während 49% keine Veränderung erwarten und 14% mit einem Rückgang rechnen.
- Die Ausgabenerwartungen übertreffen weiterhin die Mengenerwartungen, was mit dem anhaltenden Druck auf die Reisekosten übereinstimmt.
Kosten und Risiko: Wachstum schreitet voran
Travel Manager und Lieferanten sehen sich dem gleichen Geschäftsumfeld gegenüber, jedoch aus unterschiedlichen Positionen:
- Steigende Reisekosten sind der wichtigste Einflussfaktor auf die Reiseplanung der Travel Manager (69%), gefolgt von geopolitischer Unsicherheit (45%), internen Genehmigungen und Begründungen für Reisen (29%), der Sicherheit der Reisenden (25%) und Störungen im Flug- oder Bahnverkehr (22%).
- Für Lieferanten und Reisebüros ist die geopolitische Unsicherheit der wichtigste Einflussfaktor (60%), gefolgt von steigenden Betriebskosten (44%), dem Druck der Kunden, Preise, Gebühren oder Kosten zu senken (42%); Veränderungen der Kundennachfrage oder des Reiseaufkommens (36%) und Herausforderungen in den Bereichen Technologie, Vertrieb oder KI (29%).
- Geopolitische Bedenken sind unter den Befragten aus Europa am größten: 60% der Travel Manager und 69% der Anbieter und Reisebüros geben dies an. In Nordamerika liegen die Werte bei 35% bzw. 53%. Nordamerikanische Travel Manager legen mehr Wert auf Kosten und Prozesse: 72% nennen steigende Reisekosten und 34% interne Genehmigungen und Begründungen als Herausforderungen, die die Planung von Geschäftsreisen beeinflussen. (red)



