Prognose von Amex GBT: Hotelpreise werden 2027 deutlich steigen
Laut dem soeben veröffentlichten „American Express GBT Hotel Monitor 2027“ werden die Hotelpreise im nächsten Jahr in fast allen wichtigen Geschäftsreisezielen weltweit steigen. Der in diesem Jahr begonnene Trend setzt sich somit auch 2027 weiter fort.

Die hohe Nachfrage nach Geschäftsreisen und Tagungen in Europa, Nord- und Südamerika treibt die Preise in Verbindung mit der anhaltenden Inflation in die Höhe, während die Anstiege im asiatisch-pazifischen Raum moderater ausfallen. Die Lage ist jedoch alles andere als einheitlich, da der Konflikt im Nahen Osten die Nachfrage in wichtigen Golfregionen weiterhin beeinträchtigt. Dazu kommen noch die steigenden Flugpreise.
Angesichts der geopolitischen Unsicherheit und der Volatilität der Rohstoffpreise werden die Prognosen des jährlichen Reports erstmals als Spanne anstatt als Einzelwert dargestellt. Amex GBT empfiehlt dabei, den unteren Wert zu verwenden, falls die globale Inflation der IWF-Prognose von 4,7% für 2026 entspricht. Steigt die Inflation über dieses Niveau hinaus, ist das obere Ende der Spanne das wahrscheinlichere Ergebnis. Zu den wichtigsten Ergebnissen des Hotelmonitors 2027 gehören:
- Süd- und Mittelamerika. Die höchsten Steigerungen der Hotelpreise im Jahr 2027 werden in Städten wie São Paulo (+10,9% bis +12,2%), Buenos Aires (8,1% bis 8,7%) und Mexiko City (+4,7% bis +7,1%) zu erwarten sein.
- Europa. Für Madrid wird ein Anstieg der Hotelpreise um 6,1% bis 9,2%, für London um 3,6% bis 5,4% und für Paris um 3,1% bis 4,8% prognostiziert, da die Nachfrage durch Großveranstaltungen und Geschäftsreisen weiterhin stark ist.
- Golfregion. Der Nahost-Konflikt hat die Hotelauslastung in den Vereinigten Arabischen Emiraten massiv reduziert. Im März sank sie auf bis zu 19,6%, bevor sie sich wieder auf 40% bis 50% erholte. Amex GBT geht davon aus, dass die Hoteliers mit attraktiven Preisen um die Rückkehr der Gäste werben werden und prognostiziert für Dubai bis 2027 lediglich einen Preisanstieg von 1% bis 2%.
- Asien. Indien wird 2027 voraussichtlich die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt sein. Die Preise werden zwar weiterhin steigen, jedoch aufgrund des verbesserten Angebots an Hotels langsamer. Amex GBT geht davon aus, dass sich die Preissteigerungen im Vergleich zu den starken Anstiegen der letzten Jahre abschwächen werden, aber dennoch 5% übersteigen könnten. Für Bengaluru wird zum Beispiel ein Wachstum von 5,0% bis 5,5% prognostiziert.
Steigende Flugpreise als wachsende Belastung
Amex GBT Consulting hebt außerdem hervor, wie die steigenden Flugpreise zunehmend die Reisebudgets belasten. So sind die Preise bis Mitte 2026 im Jahresvergleich weltweit um 15% gestiegen - und auf einigen Asien-Strecken sogar um bis zu 30%. Noch bevorzugen die Geschäftsreisenden allerdings weiterhin Premium-Unterkünfte anstatt auf günstigere Alternativen zurückzugreifen.
„Die diesjährige Prognose zeigt ein differenziertes globales Umfeld, in dem geopolitische Unsicherheiten und die Volatilität der Rohstoffpreise die Hotelpreise in den verschiedenen Regionen unterschiedlich beeinflussen“, sagt Sara Andell, Director Consulting Strategy bei Amex GBT Consulting: „Der Preis ist ein wichtiger Indikator, aber er sagt nicht immer alles aus. Wir ermutigen Unternehmen, zu überlegen, was Wert für sie bedeutet und welchen Nutzen sie aus ihren Hotelausgaben ziehen - und nicht nur den ausgewiesenen Preis zu betrachten.“ (red)



