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Chefsache Business Travel; Was moderne Payment-Lösungen leisten

Warum Unternehmen ihre Zahlungsprozesse ganzheitlich betrachten sollten und welche Potenziale moderne Payment-Lösungen bieten, erläutert Alexander Albert, Geschäftsführer von BCD Travel und Mitglied der DRV-Initiative Chefsache Business Travel, im Interview.

|  Alexander Albert, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Business Travel (c) BCD Travel Germany

Flug, Hotel, Mietwagen, Taxi oder Verpflegung: Auf einer Geschäftsreise entstehen zahlreiche Zahlungsvorgänge, die Unternehmen vor Herausforderungen stellen: Unterschiedliche Zahlungsmittel, manuelle Prozesse und fehlende Transparenz erschweren die Steuerung der Reisekosten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Compliance, Datensicherheit, die steuerlich korrekte Verarbeitung der Rechnungen und eine möglichst komfortable und effiziente Anwendung.

Herr Albert, warum sind Zahlungsprozesse im Geschäftsreisemanagement heute ein strategisches Thema?

Alexander Albert: Wer an Geschäftsreisen denkt, hat häufig die Buchung von Flug oder Hotel im Blick. Tatsächlich endet die Reiseorganisation aber nicht mit der Buchungsbestätigung. Jede Geschäftsreise löst zahlreiche weitere Zahlungsvorgänge aus - vom öffentlichen Nahverkehr über Taxis und Parkgebühren bis hin zu Restaurantrechnungen und kurzfristigen Umbuchungen. Diese Zahlungen müssen den richtigen Kostenstellen zugeordnet, geprüft und später abgerechnet werden.

Genau deshalb sind Zahlungsprozesse heute weit mehr als ein Finanzthema. Sie beeinflussen die Effizienz des gesamten Travel Managements, die Datenqualität, die Einhaltung von Compliance-Vorgaben und nicht zuletzt die Zufriedenheit der Reisenden. Mit steigenden Anforderungen an Transparenz und Reporting wird die Reiseabrechnung deshalb zunehmend zu einem strategischen Bestandteil der gesamten Reisekette.

Wo liegen in der Praxis die größten Herausforderungen?

Alexander Albert: In vielen Unternehmen sind die Zahlungsprozesse historisch gewachsen. Die eigentliche Reise wird vielleicht über ein Online-Buchungssystem gebucht, das Hotel mit einer Lodge Card bezahlt, das Taxi über eine App und das Abendessen mit der privaten Kreditkarte. Parkgebühren werden bar ausgelegt und später per Reisekostenabrechnung eingereicht. Betrachtet man diese einzelnen Schritte isoliert, wirken sie wenig problematisch. Zusammengenommen entstehen jedoch zahlreiche Medienbrüche und manuelle Prozessschritte.Nach der Reise müssen sämtliche Belege zusammengeführt, den richtigen Kostenstellen zugeordnet und anschließend geprüft werden.

Hinzu kommt, dass Rechnungen steuerrechtlich korrekt verarbeitet werden müssen, was die Prüfung zusätzlich komplex macht. Fehler können dazu führen, dass Unternehmen steuerliche Potenziale nicht ausschöpfen oder unnötigen Nachbearbeitungsaufwand haben. Allein dieser administrative Aufwand bindet Zeit - sowohl bei den Reisenden als auch in der Finanzbuchhaltung. Hinzu kommt, dass Unternehmen häufig erst mit erheblicher Verzögerung einen vollständigen Überblick über die tatsächlichen Reisekosten erhalten. Damit fehlen wichtige Informationen für Budgetsteuerung, Controlling oder auch das Nachhaltigkeitsreporting.

Wie sehen moderne Zahlungsprozesse heute aus?

Alexander Albert: Moderne Payment-Lösungen verfolgen einen anderen Ansatz. Sie verbinden Buchung, Zahlung und Abrechnung möglichst nahtlos miteinander. Wird beispielsweise ein Flug über das Online-Buchungssystem gebucht, kann automatisch eine virtuelle Kreditkarte erzeugt werden, die ausschließlich für diese Buchung gilt. Die Zahlungsinformationen werden unmittelbar dem Reisenden, der Kostenstelle und dem jeweiligen Projekt zugeordnet. Hotelrechnungen, Mietwagen oder weitere Leistungen lassen sich ebenfalls digital integrieren.

Nach Abschluss der Reise fließen sämtliche Zahlungsdaten automatisiert in das Reisekosten- oder ERP-System. Der Reisende muss deutlich weniger Belege sammeln oder Ausgaben manuell erfassen, während die Unternehmen nahezu in Echtzeit auf konsolidierte Daten zugreifen können. Das reduziert nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern verbessert gleichzeitig die Datenqualität und schafft eine wesentlich höhere Transparenz über die tatsächlichen Reiseausgaben. Nicht zuletzt spart es Arbeitszeit, die dann wieder für die eigentlichen Aufgaben eingesetzt werden kann.

Welche Vorteile ergeben sich daraus für Unternehmen und Geschäftsreisende?

Alexander Albert: Der größte Vorteil liegt sicherlich in der Automatisierung. Weniger manuelle Prozessschritte bedeuten weniger Fehlerquellen und geringere Prozesskosten. Gleichzeitig lassen sich Compliance-Vorgaben einfacher einhalten, weil Zahlungsdaten unmittelbar dokumentiert und nachvollziehbar sind. Für Travel Manager und Unternehmenslenker entsteht zudem ein deutlich besseres Bild über das Reisegeschehen.

Sie erkennen schneller, wie sich Ausgaben entwickeln, welche Leistungen besonders häufig genutzt werden oder wo Einsparpotenziale bestehen. Auch für die Reisenden verbessert sich das Reiseerlebnis erheblich. Wer nicht mehr privat in Vorleistung gehen oder zahlreiche Belege sammeln muss, kann sich auf den eigentlichen Zweck der Reise konzentrieren. Moderne Payment-Lösungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer positiven Traveller Experience.

Welche Entwicklung erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Alexander Albert: Wir werden erleben, dass Payment immer stärker in digitale End-to-End-Prozesse integriert wird. Künstliche Intelligenz, virtuelle Zahlungsmittel und automatisierte Datenflüsse werden dazu beitragen, dass Buchung, Zahlung und Abrechnung zunehmend ohne Medienbrüche ablaufen. Unternehmen werden Zahlungsprozesse deshalb künftig nicht mehr isoliert betrachten, sondern als integralen Bestandteil ihres Travel Managements. Denn wer Transparenz schaffen, Prozesse vereinfachen und gleichzeitig die Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden erhöhen möchte, kommt an modernen Payment-Lösungen kaum noch vorbei. (red)





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