Globale Spannungen erschüttern das Vertrauen in die Geschäftsreisen
Die geopolitische Instabilität ist aktuell der dominierende Faktor, wenn es um Geschäftsreisen geht. Eine weltweite Umfrage der Global Business Travel Association (GBTA) unter mehr als 500 Travel Managern im April zeigt deutlich mehr Vorsicht, weniger Zuversicht und eine höhere operative Komplexität.

Laut GBTA nannten 79% der Befragten die geopolitische Instabilität und die aktuellen Konflikte als größtes Reiserisiko, was sie zur weltweit führenden Sorge der Branche macht - und diese Sorge dämpft auch den Optimismus in der Branche: Nur noch 41% der Befragten gaben an, optimistisch in Bezug auf die Branche im Jahr 2026 zu sein. Im Jänner waren es noch 59%. Gleichzeitig hat sich der Pessimismus fast verdreifacht - von 9% im Jänner auf 24% der Befragten im April.
Dieser Wandel ist regionsübergreifend zu beobachten. Am deutlichsten fällt er jedoch in Europa aus, wo 92% der Befragten die Geopolitik als Hauptrisiko sehen - verglichen mit 72% in Nordamerika. Zudem gaben 76% der befragten Travel Manager an, dass die aktuellen globalen Spannungen einen mäßigen bis erheblichen Einfluss auf die Geschäftsreise- und Tagungsentscheidungen ihres Unternehmens haben - und 83% der befragten Reiseanbieter berichten, dass die Konflikte ihre Kunden spürbar beeinträchtigen.
Optimismus nimmt ab, Pessimismus nimmt zu
Aufgrund der gesunkenen Erwartungen deutet das Ergebnis der GBTA-Umfrage darauf hin, dass sich die Geschäftsreisen im restlichen Jahr deutlich abschwächen werden. Mehr als ein Viertel der Befragten (28%) rechnet nun mit einem Rückgang des Reiseaufkommens im Jahr 2026. Zugleich ist der Anteil derjenigen, die mit einem Anstieg der Geschäftsreisen rechnen, gegenüber der letzten Umfrage im Jänner von 35% auf 30% gesunken.
In Europa überwiegt mittlerweile der Pessimismus in der Branche (38%) den Optimismus (21%), nachdem sich im Jänner noch 58% optimistisch und nur 14% pessimistisch gezeigt hatten. Im Gegensatz dazu bleibt Nordamerika insgesamt positiv, doch der Optimismus ging auch hier deutlich von 59% auf 45% zurück, während der Pessimismus von 9% auf 19% zulegte. In dieses Bild gehören auch zunehmend weit verbreitete Bedenken hinsichtlich der Bezahlbarkeit von Geschäftsreisen (82% gegenüber 70% im Jänner) und der Sicherheit der Mitarbeiter auf Reisen (67% gegenüber 56%).
Kein genereller Rückgang der Geschäftsreisen
„Wir beobachten keinen generellen Rückgang der Geschäftsreisen, sondern einen überlegteren und sorgfältiger gesteuerten Umgang damit“, erklärt GBTA-Geschäftsführerin Suzanne Neufang: „Die Unternehmen reisen weiterhin und treiben Innovationen voran, aber sie tun dies unter dem Druck steigender Kosten, operativer Reibungsverluste und zunehmender geopolitischer Spannungen. Diese Zwänge verändern die Art und Weise, wie, wohin und warum Unternehmen heute reisen, wodurch erfahrene Geschäftsreiseexperten wichtiger denn je sind.“ (red)



