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Salzburg Airport: Passagierzahlen auf dem Niveau von 1987

Nach einer guten Wintersaison kam ab März 2020 der totale Einbruch: Zwischen April und Dezember gingen die Passagierzahlen am Flughafen Salzburg um mehr als 90% zurück. Für 2021 ist eine seriöse Vorschau derzeit nicht möglich. Nur so viel: Es wird noch schwieriger.

|  Foto: Flughafen Salzburg GmbH

„Als uns die ersten Nachrichten vom Ausbruch einer Epidemie erreichten, waren wir – ähnlich wie bei der Vogelgrippe oder SARS – darauf eingestellt, strengere Auflagen, wie etwa das Auslegen von Seuchenteppichen, befolgen zu müssen. Mit den tatsächlichen Auswirkungen dieser Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Stillstand brachten, konnte damals allerdings noch niemand rechnen“, erinnert sich Geschäftsführerin Bettina Ganghofer.

Nachdem Lockdowns und Reisebeschränkungen rund um den gesamten Globus die Airlines zwangen, ihre Flotten fast gänzlich zu grounden, musste der Salzburg Airport im April auf Stand-by-Betrieb umstellen. Anfang Mai konnte dann endlich wieder die erste Eurowings-Maschine in Salzburg begrüßt werden.

Die Sommersaison lief gut an

Mit der ungarischen Wizz Air wurde eine neue Airline für Salzburg gewonnen, die attraktive Destinationen im Angebot hatte, und mit Luxemburg wurde eine weitere neue Strecke ab Salzburg aufgenommen.

Ein kleines Sommerflugprogramm mit Reisezielen in Griechenland, Spanien, Zypern, Frankreich, Italien, Deutschland und England bot die Möglichkeit, trotz der Pandemie einmal Urlaub zu machen. Leider währte die Hoffnung auf eine gewisse Entspannung nur wenige Wochen, denn schon bald mussten viele Strecken wiedereingestellt werden.

Abschied von Austrian Airlines

Eine ebenfalls unerfreuliche Nachricht für den Flughafen Salzburg und die Region war die Einstellung der Flugverbindung von Salzburg nach Wien und der Rückzug von Austrian Airlines aus Salzburg. Damit ging für die Passagiere eine wichtige Verbindung zu einer der großen Drehscheiben verloren.

„Der Salzburger Flughafen wurde durch die Covid-19-Pandemie nicht nur direkt, sondern auch indirekt massiv getroffen. Die Rettung der AUA war zwar vor allem für den Flughafen Wien von großer Bedeutung, hatte aber leider keine positiven Auswirkungen für den Flughafen Salzburg“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens, Christian Stöckl.

Massive Wettbewerbsverzerrung

Zudem bestehe nach wie vor eine große Ungerechtigkeit beim Fixkostenzuschuss, weil dieser nicht für Unternehmen gilt, die - wie der Salzburger Flughafen - zu 100% im öffentlichen Eigentum stehen.

Dagegen würden der andere österreichische Flughäfen, an denen die öffentliche Hand mit 99,9% oder weniger beteiligt ist, kein Problem haben, diesen Zuschuss zu beantragen. „Dies führt zu einer Wettbewerbsverzerrung, die nicht zu akzeptieren ist. Deshalb werde ich diesbezüglich noch einmal an den zuständigen Minister herantreten,“ so Stöckl.

Das Corona-Jahr 2020 in Zahlen

Die Auswirkungen der COVID 19-Pandemie spiegeln sich in den Zahlen des Geschäftsjahres 2020 mehr als deutlich wieder. In allen Segmenten mussten herbe Rückgänge um die 60% verzeichnet werden.

In den Monaten April bis Dezember gingen die Passagierzahlen im Vergleich zum Plan sogar um über 90% zurück. Der Flughafen wurde durch das Pandemiejahr auf das Niveau der Jahre 1987 bis 1988 zurückgeworfen. Damals hatte der Airport zwischen 600.000 und 700.000 Passagiere. Nun waren es 2020 knapp 670.000.

Sommer 2021 wird noch schwieriger

Schon jetzt sei klar, dass das Jahr 2021 für den Flughafen Salzburg noch schwieriger und herausfordernder wird als das vergangene Jahr 2020. Aufgrund der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen in ganz Europa fällt die für den Airport enorm wichtige Wintersaison nahezu komplett aus.

Dies werde sich auf die Zahlen des Jahres 2021 dramatisch niederschlagen, warnt der Flughafen in einer Aussendung. Da derzeit nicht absehbar sei, wie sich die Pandemie entwickle und ab wann tatsächlich eine Entspannung eintrete, plane man daher für 2021 mit verschiedenen Szenarien.

Eurowings-Basis bleibt bestehen

Die Österreich-Basis der Eurowings bleibt laut Flughafen-Vorstand bestehen. Auch Lufthansa habe vor, die Verbindung nach Frankfurt so schnell wie möglich wiederaufzunehmen und die Frequenzen zu erhöhen. Turkish Airlines, die englischen und die skandinavischen Partner hätten ebenfalls angekündigt, wieder zurückzukommen.

Die anderen Airline-Partner, mit denen der Salzburg Airport vor dem Ausbruch von Covid-19 in Verhandlungen stand, würden Salzburg ebenfalls im Fokus behalten. Der Flughafen hoffe daher auf einen deutlichen Aufschwung ab der Sommersaison, heißt es.

Neue Verbindungen im Sommer

Diese Hoffnung nähren auch neue attraktive Destinationen für den Sommerflugplan 2021: „Erstmals in der Geschichte unseres Flughafens können wir nonstop mit flydubai nach Dubai und mit flynas nach Jeddah und Riadh fliegen – Strecken, die der Flughafen noch nie im Programm hatte“, berichtet Bettina Ganghofer.

Mit flydubai würden sich für die Passagiere aus Salzburg auch zusätzliche Möglichkeiten ergeben, die Welt zu entdecken, denn via Dubai können sie das gesamte Streckennetz von Emirates für Weiterflüge nutzen. Nicht zuletzt werden auch wieder „Warmwasserstrecken“ im Programm sein, die unter anderem von Eurowings und TUI angeboten werden. (red) 





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