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Österreichs Tagungsbilanz 2018: Diesmal keine Zuwächse

Zum zehnten Mal haben das Austrian Convention Bureau (ACB) und die Österreich Werbung (ÖW) den Meeting Industry Report Austria (mira) veröffentlich. 2018 verzeichnete die heimische Tagungsbranche demnach 21.381 Veranstaltungen. Im Vergleich zu 2017 bedeutet das einen leichten Rückgang von 1,2%.

|  ACB-Präsident Christian Mutschlechner, Dr. ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba und Ministerialrätin Dr. Regina Preslmair bei der Präsentation des mira 2018 (c) ÖW / Christian Lendl

Bei der Teilnehmerzahl (+0,2%) und bei den Nächtigungen (+0,1%) konnte hingegen hauchzarte Zuwächse verzeichnet werden. Die positivste Entwicklung zeigten die Seminare: Im Gegensatz zu den Kongressen und Firmentagungen konnten sie sowohl bei der Anzahl (+2,2%) als auch bei den Teilnehmern (+7,4%) einen Zuwachs verbuchen.

Insgesamt nahmen rund 1,7 Millionen Personen an Veranstaltungen in Österreich teil. Die durchschnittliche Veranstaltungsdauer blieb in allen Kategorien mit rund zwei Tagen stabil. Der Anteil der Tagungsnächtigungen am gesamten Tourismus belief sich auf 2,3%.

Stabile Zahlen bei den Großkongressen

Mit 4.883 Veranstaltungen hielten die Kongresse 22,8% am Tagungsmarkt und waren mit einem Anteil von 53,3% das teilnehmerstärkste Segment. Obwohl sie einen Rückgang von 4,3% verzeichneten, nahm die Teilnehmeranzahl um 1,2% zu. Die durch Kongresse generierten Nächtigungen beliefen sich 2018 auf 2,5 Millionen (+2%), was knapp drei Viertel der gesamten Tagungsnächtigungen entspricht.

Die durchschnittliche Kongressdauer liegt seit fünf Jahren konstant bei rund zwei Tagen. 2018 fanden um 3,8% mehr internationale Kongresse als im Vorjahr statt, was vor allem auf die österreichische EU-Präsidentschaft zurückzuführen war: Sie brachte allein 249 internationale Veranstaltungen. Die Anzahl der Großkongresse mit mehr als 2.000 Teilnehmern blieb mit 16 nationalen und 25 internationalen Veranstaltungen stabil.

Kongresse werden immer kürzer

Im Durchschnitt fielen die internationalen Kongresse mit 2,96 Tagen etwas kürzer aus als 2017, waren aber trotzdem gleich groß. Im Vergleich zu den nationalen Kongressen dauerten sie im Schnitt einen Tag länger, hatten doppelt so viele Teilnehmer pro Veranstaltung und erzielten einen deutlich höheren Nächtigungsanteil.

Seit Beginn der Aufzeichnungen halten kleine und mittlere Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern einen Anteil von über 90% des Kongressgeschäfts. Sie waren auch 2018 überwiegend national, während Kongresse mit über 500 Teilnehmern vorwiegend international ausgerichtet waren.

Der Herbst schlägt den Frühling

Im Monatsranking lagen 2018 erstmals alle drei Herbstmonate (September, Oktober und November) bei Anzahl und Teilnehmern vorne. Damit ist und bleibt der Herbst mit rund 40% aller Kongresse und Teilnehmer die Hauptsaison. Die zweitwichtigste Saison für Kongresse war das Frühjahr (März bis Mai) mit fast 30% aller Veranstaltungen und Teilnehmer.

Mit 11.089 Firmentagungen verzeichnete diese Veranstaltungskategorie erneut den größten Anteil am Tagungsgeschäft (51,8%). Während 2018 um 8,6% weniger internationale Firmentagungen gemeldet wurden, konnte bei den nationalen ein Plus von 1,6% erfasst werden.

Tagungsindustrie in den Bundesländern

Trotz des bundesweiten Rückgangs bei der Zahl der Veranstaltungen wurde in den Bundesländern Wien (+10,3%) und Vorarlberg (+8,5%) ein Anstieg gemessen, der vor allem durch nationale Veranstaltungen generiert wurde. Auch Oberösterreich verbuchte durch einen Zuwachs im internationalen Segment ein Plus von 5,4%.

Insgesamt entfielen knapp zwei Drittel aller gemeldeten Veranstaltungen auf die Bundesländer und mehr als ein Drittel auf Wien, womit die Hauptstadt ihren Marktanteil um rund 4 Prozentpunkte ausbauen konnte. Platz 2 und 3 gingen wie im Vorjahr an Salzburg (16,7%) und Niederösterreich (13%).

Gleich blieb auch der Anteil der Teilnehmer in den Bundesländern: Wien lag mit knapp der Hälfte vorne - gefolgt von Salzburg (12,5%) und Tirol (8,5%). Bei den Nächtigungen reihten sich Tirol (12,9%), Salzburg (10,2%) und die Steiermark (7%) hinter Wien (55,2%) ein.

Österreichs Tagungsbetriebe investieren

Das ACB hat im Winter 2018 eine Erhebung zu den getätigten und geplanten Investitionen in Österreichs Tagungsbetrieben von 2015 bis 2020 durchgeführt. Das Investitionsvolumen betrug demnach mehr als 250 Millionen Euro.

Rund 38% wurden dabei durch Gelder von Stadt, Land und Bund gefördert, die übrigen finanzielle Ressourcen brachten die Unternehmen selbst und durch sonstige Finanzierungwege auf. Die Mittel flossen vor allem in den Ausbau und die Erneuerung von Technik und Ausstattung sowie in die Digitalisierung.

Fazit von ACB-Präsident Christian Mutschlechner: „Laufende Investitionen in Hardware und Software sind unabdingbar, um den sich verändernden Bedürfnissen der Kunden Rechnung zu tragen. Veranstaltungen werden flexibler und kreativer. Selbst designte Tagungsräume, die steigende Interaktion der Teilnehmer und Edutainment müssen bei den Investitionen berücksichtigt werden, um am Puls der Entwicklung zu bleiben.“ (red)





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