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Air Berlin: Mehrere Interessenten wollen ein Stück vom Kuchen

Im Bieterverfahren um Air Berlin sind mehr Interessenten im Rennen als anfangs erwartet: Die Intro GmbH des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl wurde nun doch zum Sondierungsgespräch geladen. Währenddessen sucht Eurowings bereits nach neuen Crews.

Wöhrl sprach in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung von einer „Trendwende": Die Intro GmbH werde jetzt für die Fluggesellschaft „eine Fortführungsprognose erstellen, um auf dieser Basis ein qualifiziertes Angebot unterbreiten zu können“. Auch Ryanair will für die gesamte Airline bieten. 

Mehrere Vertreter der deutschen Bundesregierung hatten sich zuvor dafür ausgesprochen, bei der Aufteilung von Air Berlin vor allem Lufthansa zu stärken. Dagegen gibt es zwar kartellrechtliche Bedenken, die Lufthansa-Tochter Eurowings sucht aber bereits intensiv nach Crews für zusätzliche Flugzeuge.

Keine großen Deals vor September

Auf der Internet-Präsenz des Billigfliegers werden 200 Piloten und Co-Piloten sowie 400 Flugbegleiter gesucht. Das würde für etwa 20 zusätzliche Flugzeuge reichen, über deren Herkunft Eurowings aber keine Auskunft gibt. Insidern zufolge dürfte es sich um die 33 angemieteten Jets von Air Berlin handeln, die seit diesem Jahr für Eurowings unterwegs sind. Sie werden bisher noch von Air-Berlin-Crews geflogen, die sich im Fall einer Übertragung aber um neue Stellen bewerben müssten.

Der Generalbevollmächtigte in dem Insolvenzverfahren, Frank Kebekus, sagte der „Wirtschaftswoche": „Vor September wird es höchstwahrscheinlich keine großen Deals geben." Zuvor hatte der Gläubigerausschuss eine rasche Aufteilung von Air Berlin abgelehnt, an der vor allem die Lufthansa interessiert war.

vida warnt vor interner Konkurrenz

Im Gegensatz zu Air Berlin zahlt NIKI weiterhin Entschädigungen bei Flugverspätungen und Ausfällen. Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig hat Gespräche zwischen Lufthansa und NIKI bestätigt. Die Gewerkschaft vida warnt allerdings davor, dass NIKI „als Spielball oder Druckmittel“ verwendet werden könnte. Bei einem Verkauf an den Lufthansa-Konzern dürften die Beschäftigten nicht unter Druck gesetzt werden.

„Was nicht sein kann, ist, dass die Eingliederung der billigeren NIKI-Arbeitskräfte Lohndumping auslöst. Die Beschäftigten der Lufthansa-Töchter dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sprich: Wer nicht spurt und höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen verlangt, dem wird im schlimmsten Fall mit Arbeitsplatzverlust gedroht", so Johannnes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida. (apa/red)





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