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Lufthansa: Low-Cost-Langstrecke mit Eurowings

Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat dem Vorstand gestern grünes Licht für sein „Wings-Konzept“ gegeben und dem Lease von bis zu sieben Airbus A330-200 für das neue Low-Cost-Angebot auf Langstrecke zugestimmt.

Unter dem Markennamen „Eurowings“ und unter einem gemeinsamen Dach sollen die Fluggesellschaften Eurowings und Germanwings ab Ende 2015 mit günstigen Kurz- und Langstreckenangeboten neue Kunden gewinnen.

„Wir stehen bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Deutschland und Europa bereits seit vielen Jahren im harten Wettbewerb mit stark wachsenden Low-Cost-Airlines. Künftig wird sich diese Entwicklung auch verstärkt auf das Langstreckengeschäft ausweiten“, erklärt Vorstand Carsten Spohr in einer Aussendung: „Darauf geben wir mit der neuen Eurowings eine innovative Antwort und gestalten unsere Märkte“.

Das (erhoffte) Erfolgsrezept ist dabei klar definiert, so Spohr: „Innovative Konzepte mit deutlich geringeren Kosten, kombiniert mit den Kompetenzen und Stärken der Lufthansa Gruppe schaffen ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis sowie Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit“.

Eurowings-Basis „außerhalb Deutschlands“ geplant

Das Konzept für die „neue Eurowings“ soll nahtlos an die erfolgreiche Übernahme vieler Lufthansa-Strecken durch die Konzerntochter Germanwings anschließen: Anfang Jänner 2015 wird die Übertragung aller Lufthansa-Flüge, die nicht über die Drehkreuze Frankfurt und München führen, abgeschlossen sein.

Zunächst werden die beiden bereits bestehenden Fluggesellschaften Germanwings und Eurowings mit ihren bisherigen Streckennetzen und Crews fliegen. Im kommenden Jahr sollen dann unter der Marke Eurowings weitere Europastrecken ergänzt werden, die aus einer neuen Eurowings-Basis außerhalb Deutschlands geflogen werden.

Für die neuen Europa-Angebote wird die bisherige Flotte der Eurowings, die aktuell aus 23 Jets des Typs Bombardier CRJ900 besteht, zwischen Februar 2015 und März 2017 durch bis zu 23 Airbus A320 ersetzt. Dafür sind zehn neue Airbus A320 bestellt. Zusätzlich werden aus bestehenden Aufträgen der Lufthansa Gruppe noch bis zu 13 weitere A320 an Eurowings übertragen. Die Airline wird damit Ende 2017 eine homogene A320-Flotte betreiben.

Low-Cost-Langstrecke in Kooperation mit SunExpress

 Neben den europäischen Strecken wird die „neue Eurowings“ Ende 2015 auch günstige Langstreckenangebote auf den Markt bringen – und zwar in Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft SunExpress – einem Joint-Venture-Unternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines.

Laut einem „Letter of Intent“ werden die Langstreckenflüge unter der Marke „Eurowings“ von SunExpress Deutschland mit Cockpit- und Kabinencrews der SunExpress Deutschland durchgeführt. Die ersten Ziele sollen unter anderem in Florida, im Indischen Ozean und im südlichen Afrika liegen. Für diese Verbindungen kommen zunächst drei Airbus A330-200 mit jeweils 310 Sitzen zum Einsatz. Die Langstreckenflotte soll in den kommenden Jahren auf bis zu sieben Flugzeuge vom Typ A330-200 ausgeweitet werden.

Wie beim Erfolgskonzept von Germanwings wird das neue Langstreckenangebot dem Kunden die Wahlmöglichkeit zwischen den Tarifen Best, Basic und Smart geben. Heimatbasis für den Start der Langstreckenflotte wird der Flughafen Köln/Bonn sein. In Köln wird zudem die kommerzielle Steuerung der Wings-Fluggesellschaften angesiedelt.

Lufthansa will eine Fünf-Sterne-Airline werden

Gleichzeitig soll die Aufrüstung der Lufthansa auf Fünf-Sterne-Niveau fortgesetzt werden. So wird Lufthansa im ersten Quartal 2015 die Umrüstung ihrer Langstreckenflugzeuge auf die neue First Class und im zweiten Quartal auch den Einbau der neuen Business Class abschließen. Im dritten Quartal steht dann auch die neue Premium Economy auf allen Langstrecken zur Verfügung.

In den neuen Flugzeugen, die im kommenden Jahr an Lufthansa ausgeliefert werden, ist die neueste Kabine bereits ab Werk eingebaut. Erwartet werden zwei weitere Airbus A380 und vier neue Boeing 747-8. Dazu kommen eine weitere Boeing 777F für Lufthansa Cargo und zehn Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der A320-Familie. „2015 wird das Jahr der neuen Lufthansa-Premium-Qualität“, betont Carsten Spohr: „Unsere Kunden werden in allen Reiseklassen durchgängig erleben können, dass Lufthansa eine Airline mit Premiumangebot ist, die auch im weltweiten Maßstab zur Spitzenklasse gehört“.

Air-France-Piloten stimmen dem Low-Cost-Modell zu

Die Tarifgespräche mit der Piloten-Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) zur neuen Eurowings hat Lufthansa indes für gescheitert erklärt. „Lufthansa hat die VC umfassend und frühzeitig über ihre Pläne zu Wings informiert. Unser Ziel war immer ein Konsens. Allerdings kann dieser keine weitere Beschränkung unserer unternehmerischen Freiheit darstellen“, erklärt Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG.

Leider sei es trotz intensiver Gespräche - gerade auch in den letzten Wochen - nicht gelungen, ein gemeinsames Verständnis zu finden, so Volkens weiter: „Vor diesem Hintergrund bedauern wir, dass wir die Verhandlungen und Gespräche zu den Wings-Plattformen als gescheitert ansehen müssen. Selbstverständlich sind wir jederzeit zu Gesprächen bereit.“

Übrigens hat Air France mit ihrer Tochtergesellschaft Transavia ganz ähnliche Pläne wie Lufthansa in Deutschland. In Frankreich haben die Piloten diesem Konzept aber gestern nach wochenlangen Streiks und Diskussionen zugestimmt. Laut der Pilotengewerkschaft SNPL votierten bei einer Befragung der 3.800 Air-France-Piloten 53 Prozent für die Vereinbarung mit dem Unternehmen... (red)





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