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Kurswechsel bei Air Berlin: Etihad zieht die Fäden

Air Berlin stellt in diesen Tagen wichtige Weichen für ihren künftigen Kurs. Doch mehr als diese allgemeine Aussage will das Management vorerst nicht machen.

Klar ist bisher nur so viel: Es wird eine entscheidende Kurs-Bestimmung sein, die im Cockpit des Lufthansa-Rivalen ausgeheckt wird. „Wir führen derzeit fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden“, ließ Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer verkünden – und verschob die eigentlich für Donnerstag geplante Bilanzpresse-Konferenz um eine Woche.

Geschäftlich geht es Air Berlin nicht gut. Analysten rechnen für das Jahr 2013 mit einem operativen Jahresverlust (EBIT) zwischen 114 und 132 Millionen Euro – nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Der Konzern hatte damals von hohen Zusatzeinnahmen aus dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an den Großaktionär Etihad profitiert.

Verkauf an Norweger wurde dementiert

Experten sehen neue Allianzen als möglichen Weg, um Air Berlin wieder flott zu machen. Am Freitag sorgte ein Bericht der norwegischen Wirtschaftszeitung „Finansavisen“ für Aufregung. Darin hieß es, Norwegian Air Shuttle – Europas drittgrößte Billig-Airline nach Ryanair und EasyJet – befinde sich in Verhandlungen über einen Kauf von Air Berlin. Die Norweger dementierten den Bericht umgehend.

Wie auch immer die künftigen Konstellationen aussehen: Ohne Etihad wird es nicht gehen. Brancheninsider weisen allerdings darauf hin, dass der Spielraum der arabischen Airline bei Air Berlin aufgrund von Gesetzeshürden nicht allzu groß ist. Knackpunkt ist vor allem, dass Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, nicht die Mehrheit an einer hiesigen Airline erwerben dürfen. Ansonsten gehen die Anflugrechte verloren.

Die ambitionierten Araber spielen deshalb einem Brancheninsider zufolge eine andere Idee durch: Ein europäischer Investor könnte im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung von Etihad Air Berlin von der Börse nehmen und dann sanieren. Etihad ist bereits an kleinen europäischen Fluglinien wie Aer Lingus beteiligt, die als Plattform für die Pläne dienen könnten.

Anbindung an Alitalia durch Etihad?

Eine Möglichkeit, die von Bankern durchgespielt wird, wäre eine Anbindung von Air Berlin an Alitalia. Der Hintergrund: Etihad lotet aktuell einen Einstieg bei der angeschlagenen italienischen Airline aus. Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge könnte Etihad zweistufig vorgehen: Erst das Investment bei den Italienern unter Dach und Fach bringen und dann in einem zweiten Schritt Alitalia und Air Berlin enger aneinander binden.

Allerdings müsste Air Berlin dann womöglich von One World zum Skyteam wechseln. „Das ist mit hohen Hürden verbunden, da beispielsweise die IT-Systeme der Mitglieder integriert sind“, sagt Gerald Wissel, Chef der Unternehmensberatung Airborne. Aus seiner Sicht endet die Europa-Strategie von Etihad nicht in Italien oder Deutschland. „Als Zukunftsvision wäre es sogar vorstellbar, dass die Konstellation um Air France erweitert wird.“ Die Franzosen sind bereits Partner von Etihad und führen die Flugallianz Skyteam an. (apa/red)





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