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Meeting Industry Report Austria 2020 zeigt die Folgen der Pandemie

Die österreichische Tagungs- und Kongressbranche stand im Jahr 2020 ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Am Ende wurden 8.000 Kongresse, Firmentagungen und Seminare mit rund 720.000 Nächtigungen registriert - ein massiver Rückgang gegenüber 2019.

|  ACB-Präsident Gerhard Stübe, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und ÖW-Geschäftsführerin Lisa Weddig präsentierten den Meeting Industry Report Austria 2020 (c) BMLRT / Paul Gruber

Die Voraussetzungen für die Meeting Industry waren 2020 denkbar schwierig: Zahlreiche Veranstaltungsräumlichkeiten wurden für Covid-Testungen, Impfungen und als Notspitäler genutzt. Zudem waren Veranstaltungen nur zwischen den Lockdowns - von Jänner bis März und von Juni bis Anfang November - möglich.

Als Folge davon kam es im Vergleich zum Rekordjahr 2019 bei den Veranstaltungen zu einem Rückgang von 66 %. Bei der Teilnehmerzahl wurde ein Minus von 74,5 % verzeichnet und bei den Nächtigungen gab es einen Rückgang von 78,8 %. Dies geht aus den gemeldeten Daten des Meeting Industry Report Austria 2020 (mira) hervor.

ACB sieht gestärktes Vertrauen in die Branche

„Dort wo und wenn es möglich war, hat die Tagungs- und Kongressbranche aber auch 2020 gezeigt, dass lokale Einbettung, direkte Kundenbetreuung und die Bereitschaft, sich noch mehr anzustrengen, solide Pfeiler für den Erfolg unserer Mitglieder auch in schwierigen Zeiten sind“, erklärt Gerhard Stübe, Präsident des Austrian Convention Bureaus (ACB).

Darüber hinaus habe eine offene Kommunikation in Krisenzeiten auch das Vertrauen in die Branche gestärkt und so die Voraussetzung geschaffen, im Covid-Jahr 2020 sichere Veranstaltungen abzuhalten, so Stübe bei der Präsentation des Reports, der hier zu finden ist.

Nur ein Prozent der touristischen Nächtigungen

Der Großteil der Veranstaltungen fand aufgrund der Reisebeschränkungen, die das Jahr 2020 prägten, mit nationaler Ausrichtung (88%) statt. Vom inhaltlichen Schwerpunkt kamen sie vor allem aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Humanmedizin.

Bei den Veranstaltungsarten kam es gegenüber dem Jahr 2019 nur zu geringfügigen Veränderungen: Mit 43,7 % machten Firmentagungen beinahe die Hälfte aller erfassten Veranstaltungen aus. 31,2% entfielen auf Seminare und 25,1% auf Kongresse.

In Summe generierte die Tagungs- und Kongressbranche im vergangenen Jahr 721.045 Nächtigungen. Dies entsprach knapp einem Prozent der touristischen Nächtigungen in Österreich. Zum Vergleich: 2019 waren es noch mehr als 3,3 Millionen Nächtigungen.

18 Prozent der Kongresse waren international

Die meisten der insgesamt 2.145 Kongresse im Jahr 2020 wurden im Jänner (380), September (367) und Oktober (409) abgehalten. Die wenigsten Veranstaltungen gab es in den Monaten April, Mai, November und Dezember, was auf die landesweiten Lockdowns in diesen Zeiträumen zurückzuführen ist. Der Großteil waren nationale Kongresse (1.752).

Trotz der geringeren Anzahl an internationalen Kongressen (18,3%) im Vergleich zum Vorjahr (28,3%) kam mehr als ein Drittel (38,7%) der Teilnehmer aus dem Ausland, da Kongresse mit internationaler Ausrichtung generell eine höhere Teilnehmerzahl aufweisen.

Hälfte der Nächtigungen durch ausländische Gäste

Bei den Kongress- und Tagungsnächtigungen waren internationale Kongresse sogar für knapp die Hälfte der gemeldeten Zahlen (348.000) verantwortlich. Die meisten internationalen Kongressgäste kamen im ersten Quartal sowie im September und Oktober. Im Februar waren sogar mehr als die Hälfte der Teilnehmer (57,61 %) internationale Gäste.

Bezogen auf die Veranstaltungszahl waren 2020 besonders Kongresse mit den Themengebieten Wirtschaft und Politik gefragt. Diese setzten sich mit 43% noch stärker als im Jahr zuvor durch. Auch an der Teilnehmerzahl gemessen, lösten diese Themenbereiche die Kongresse im Bereich der Humanmedizin an der Spitze ab.

Oberösterreich auf Platz 2 bei den Bundesländern

Nach Wien (3.045) wurden die meisten Veranstaltungen in Oberösterreich (1.331), der Steiermark (1.044) und Salzburg (996) erfasst. In den meisten Bundesländern machten Firmentagungen den größten Anteil an Veranstaltungen aus. Nur in Tirol wurden mehr Kongresse (49,7 %) und in Wien mehr Seminare (49,5 %) durchgeführt.

An der Teilnehmerzahl gemessen, begrüßten Wien (36,6 %), Oberösterreich (13,7 %), Tirol (13,0 %) und Salzburg (11,6 %) die meisten Gäste in ihren Veranstaltungsstätten. Mit 264.767 Nächtigungen bleibt Wien der Spitzenreiter (36,7 %). Dahinter folgen Tirol (24,1 %), Salzburg (11,3 %) und Oberösterreich (9,6 %).

Österreich beweist Kompetenz als Veranstalter 

 

„Wir haben im Vorjahr gesehen, wie schnell die Branche innovative Lösungen und neue Sicherheitskonzepte entwickelt hat, um Tagungen auch während der Pandemie möglich zu machen - sei es durch hybride Events oder bei bestmöglich abgesicherten physischen Veranstaltungen“, sagt Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung (ÖW).

Der Convention-Sektor sei der erste gewesen, der Pilotversuche mit Covid-Schnelltests für Besucher durchgeführt und wichtige Learnings erarbeitet habe, so Weddig: „Damit unterstreicht Österreich seine Kompetenz als Allround-Veranstalter von physischen, hybriden und virtuellen Events und positioniert sich einmal mehr als verantwortungsvolles Tagungsland“.  (red)





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