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Eine Welt im Wandel: Die deutsche MICE-Branche im Jahr 2020

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und das German Convention Bureau (GCB) haben die Ergebnisse des „Meeting- & Event-Barometer 2020/21“ präsentiert. Sie zeigen vor allem, wie sich die Veranstaltungswelt durch die Corona-Pandemie wandelt.

|  Frankfurt am Main (c) Visit Frankfurt / Holger Ullmann

Wie überall in der Welt ist der Markt für Tagungen, Kongresse und Events im Jahr 2020 auch in Deutschland stark eingebrochen: Die Anzahl an Präsenzveranstaltungen verzeichnete einen Rückgang von 70%. Die Teilnehmerzahlen sanken sogar um 86%.

Der Anteil der internationalen Teilnehmer ging gleichzeitig von 10% im Vorjahr auf 2,4% im Jahr 2020 zurück. Dies bestätigen auch die Zahlen des "IPK World Travel Monitors": Nach einer langjährigen robusten Entwicklung der europäischen Geschäftsreisen nach Deutschland erlebte der Markt im letzten Jahr einen Rückgang von 62%.

Deutschland bleibt die Nummer 1

Deutschlands Position in Europa bleibt aber trotzdem stabil, wie die DZT-Vorsitzende Petra Hedorfer betont: „Trotz coronabedingter Rückgänge konnten wir 2020 unsere Stellung als Top-1-Destination europäischer Business Traveller bestätigen. Mit fünf Millionen Geschäftsreisen führt Deutschland das Ranking an - weit vor Frankreich und Großbritannien auf den Plätzen 2 und 3".

Das laufende Geschäftsjahr bietet Anlass für vorsichtigen Optimismus. Laut IPK International planen dieses Jahr 22% der Auslandsreisenden weltweit wieder Geschäftsreisen. Davon könnte Deutschland als MICE-Standort im internationalen Wettbewerb profitieren: 81% der Befragten, die Geschäftsreisen nach Deutschland planen, wollen MICE-Reisen unternehmen, 36% traditionelle Geschäftsreisen.

Strukturelle Veränderung des Marktes

Der Veranstaltungsmarkt in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr strukturell verändert – quantitativ wie auch qualitativ. Vor allem Business Events erlebten einen starken Wandel hin zu digitalen und hybriden Formaten. Insgesamt wurde ein beträchtlicher Teil der für 2020 geplanten Präsenzveranstaltungen aufgrund der Pandemie umgeplant und virtuell abgehalten.

Zählt man zu den 800.000 Präsenzveranstaltungen die hybriden und virtuellen Formate dazu, wurden im Jahr 2020 in ganz Deutschland rund 2,3 Millionen Veranstaltungen mit insgesamt rund 234 Millionen Teilnehmern durchgeführt.

Locations mit 70 Prozent weniger Umsatz

Die Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations haben ihre Kapazitäten durch die Hygienevorgaben deutlich verringert. Der daraus und durch die vielen Absagen von Veranstaltungen entstandene Umsatzverlust im Jahr 2020 beträgt 70%, soll aber 2022 auf nur noch 17,7% zurückgehen.

„Die Veranstaltungszentren stellen sich auch unter den erschwerten Bedingungen gut auf. Mit den entsprechenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sowie der nötigen Technologie und Infrastruktur für hybride und virtuelle Formate stehen sie für einen sicheren Re-Start der Präsenzveranstaltungen parat“, erklärt EVVC-Präsidentin Ilona Jarabek.

Ausblick auf die künftige Entwicklung

Der „Meeting- & Event-Barometer 2020/21“ zeigt jedenfalls eine vorsichtig optimistische Prognose für die Tagungs- und Kongressdestination Deutschland auf: Präsenzveranstaltungen werden bis 2022 mit einem wachsenden Anteil hybrider Formate zurückkommen, während virtuelle Veranstaltungen wieder zurückgehen.

"2021 und 2022 lassen sich als Übergangsjahre hin zu einer neuen Normalität beschreiben“, resümiert Matthias Schultze, Managing Director des GCB: „Die Bedeutung von Business Events als Instrument der Unternehmenskommunikation wird dabei aber - über alle Formate hinweg - weiterhin wachsen.“ Das Management Summary des "Meeting- & Event-Barometer 2020/21" kann hier heruntergeladen werden. (red) 





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