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Corona-Krise: LunaJets sieht „Sturm für die Privatjet-Industrie“

Der Markt für Privatjets steht vor beispiellosen Herausforderungen, da die Corona-Pandemie die ohnehin schon anfällige Branche noch weiter geschwächt hat. Das prophezeit zumindest Alain Leboursier, geschäftsführender Direktor des Privatjet-Brokers LunaJets mit Sitz in Genf.

|  Foto: LunaJets / DeLong Photography, LLC

"Die Marktzahlen der Sommermonate sind irreführend. Die Branche hat von den Störungen bei den kommerziellen Fluggesellschaften profitiert, was zu einem Anstieg von Freizeitkunden und Erstfliegern von Privatjets geführt hat. Aber der September wird uns auf den Boden der Tatsachen zurückbringen", ist Alain Leboursier überzeugt.

Der weltweite Markt für private Charterflüge sei seit Jahresbeginn um 33,8% zurückgegangen. Betroffen seien dabei alle Segmente - am stärksten aber Langstreckenflüge und Charterflüge für Unternehmen. Die derzeitige Welle neuer Quarantänemaßnahmen und Reisebeschränkungen werde nun "unmittelbare und verheerende Wirkung auf den Markt haben", prognostiziert der Privatjet-Experte.

Der perfekte Sturm im Wolkenkuckucksheim

"Die Nachfrage nach Geschäftsflügen, die 70% unseres Geschäfts von September bis Weihnachten ausmachen, ist schwach - trotz der wirklich niedrigen Tarife für Rückflüge am selben Tag oder Transatlantikflüge", so Leboursier: "Einige Jet-Betreiber und Mitbewerber scheinen im Wolkenkuckucksheim zu leben und überoptimistische Zahlen zu veröffentlichen".

Tatsächlich leide die Branche massiv unter der Unsicherheit, die durch Quarantäneregeln, Einreiseverbote, die schwache Unternehmensnachfrage und eine strukturelle Überkapazität verursacht werde: "Die Weckruf wird schmerzhaft sein, denn die Branche ist viel anfälliger als in der vergangenen Krise."

Schwache Nachfrage in einem unbeständigen Markt

Reisebeschränkungen und Störungen bei kommerziellen Fluggesellschaften führten zu einem Anstieg neuer Kunden - vor allem bei innereuropäischen Flügen. Trotz dieser unerwarteten kurzfristigen Erholung sei das Volumen der Privatjet-Sparte von LunaJets aber seit Jahresbeginn immer noch um 18% rückläufig.

Das starke Wachstum im ersten Quartal (+30%), gefolgt von einem völligen Einbruch im zweiten Quartal (-70%) aufgrund von Reisebeschränkungen, konnte durch die Erholung im derzeitigen dritten Quartal nicht ausgeglichen werden - und das vierte Quartal sieht bereits düster aus.

Rückgang der Stundensätze um 20 Prozent

"Wir sehen zwei Märkte: Kleine und mittelgroße Flugzeuge haben bisher relativ gut abgeschnitten, während größere Flugzeuge, Langstreckenflüge und das Geschäftssegment schwach bleiben. Üblicherweise bringen schwierige Zeiten neue Trends auf den Markt: Die Kunden profitieren von guten Angeboten und ermäßigten Tarifen", beobachtet Guillaume Launay, Leiter der Verkaufsabteilung.

Die schwache Nachfrage in Verbindung mit einer massiven Überkapazität an Flugzeugen führe jedenfalls auch zu einem Rückgang der Stundensätze um durchschnittlich 20%, da die Jet-Betreiber jetzt Rabatte akzeptieren, um ihre Flotte betriebsbereit zu halten. "Es war noch nie so günstig, Transatlantikflüge oder Rückflüge am selben Tag zu buchen", stellt Launay fest.

LunaJets wurde im Jahr 2007 in Genf gegründet und bietet als führender Privatjet-Broker einen flexiblen 24-Stunden-Service an jedem Ort der Welt. Die Serviceleistungen basieren auf einer firmeneigenen Technologie, die Kundenbedürfnisse und verfügbare Geschäftsflugzeuge aufeinander abstimmt. Insgesamt ermöglicht die Online-Buchungsplattform den Zugriff auf mehr als 4.800 Flugzeuge. (red)





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