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Austria Center Vienna mit starkem Veranstaltungsjahr 2019

Trotz des laufenden Umbaus konnte das Austria Center Vienna (ACV) im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 ein gutes Ergebnis erzielen. Die Corona-Krise stellt Österreichs größtes Kongresszentrum aber nun vor große Herausforderungen.

|  Dr. Susanne Baumann-Söllner (c) IAKW-AG / Andreas Hofer

„2019 war in jeder Hinsicht ein erfolgreiches Jahr. Trotz unseres Modernisierungsprojekts konnten wir an die Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen. Heuer wäre laut Buchungsstand ein absolutes Rekordjahr gefolgt“, berichtet Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna.

Mit 91.501 internationalen Teilnehmern gab es 2019 gegenüber dem Rekordjahr 2018 (115.938) einen umbaubedingten Rückgang um 12%. Auch die Umsätze aus Veranstaltungen und Partnerprovisionen lagen mit 13,2 Millionen Euro um 10,5 % unter dem Jahr 2018 (14,8 Millionen Euro). „Wir haben uns bewusst für einen Umbau bei laufendem Betrieb entschieden, dazu haben wir das Jahr in Veranstaltungs- und Bauphasen aufgeteilt“, so Baumann-Söllner.

Die Teilnehmerzahl 2019 sei mit dem Veranstaltungsjahr 2016 vergleichbar. Die positiven ökonomischen Impulse würden somit einem BIP-Effekt von mehr als 450 Millionen Euro sowie der Schaffung von mehr als 3.000 Arbeitsplätzen in Österreich entsprechen.

Heuer droht Totalausfall für Kongressbranche

2020 ist nun alles anders: Die Corona-Pandemie hat die internationale Kongressbranche hart getroffen. „Die bisherigen Verschiebungen und Absagen der Großkongresse innerhalb der letzten drei Monate hatten auch dramatische Auswirkungen auf Hotellerie, Gastronomie und zahlreiche Partnerunternehmen in Wien“, so Baumann-Söllner.

Seit einigen Wochen sei der Trend wieder klar positiv. Trotzdem müsse heuer - zumindest bis zum Herbst – mit einem Komplettausfall aller Großveranstaltungen gerechnet werden. „Den Umfang des Gesamtverlustes für den gesamten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Wien werden wir erst in bis zwei Jahren seriös bewerten können“, betont die ACV-Geschäftsführerin.

Planungssicherheit für Herbst ist entscheidend

Für den Herbst ist die Situation aus Sicht der Kongressbranche noch unklar: Seit Mitte Juni dürfen Fach- und Publikumsmessen ohne Teilnehmerbeschränkung unter bestimmten Hygienevorgaben stattfinden. Entgegen erster Jubel-Meldungen sind allerdings Kongresse noch nicht von dieser entscheidenden Lockerung betroffen.

„Nach derzeitigem Stand sind im Oktober und November noch zwei Großkongresse bei uns vorgesehen. Angesichts des sehr positiven Gesamttrends bin ich sehr zuversichtlich, dass ab September auch Kongresse mit Teilnehmerzahlen über 1.000 Personen stattfinden können. Allerdings benötigt die Branche schon jetzt Planungssicherheit für den Herbst“, so Baumann-Söllner.

Die Aufrechterhaltung der 1.000-Teilnehmer-Grenze wäre gleichbedeutend mit einer Auslastung von lediglich 5% der Räumlichkeiten im Austria Center Vienna und der Absage aller noch verbliebenen Kongresse im Jahr 2020.

Meetings, Seminare und kleine Tagungen

Seminare und Meetings finden nach der Corona-Pause wieder seit Mitte Juni statt. Damit dies möglich ist, wurde Innerhalb der vergangenen Monate ein hauseigenes Hygienekonzept entwickelt: Eine skalierbare Klassenzimmer-Bestuhlung garantiert einen Mindestabstand von über einem Meter.

Dies gilt sowohl für einen Raum mit 50 Personen als auch einen Saal mit knapp 1.000 Teilnehmern. Außerdem beinhaltet das Konzept unter anderem Frischluftzufuhr, Desinfektion, Wegeleitung zur Vermeidung von Ansammlungen und klare Cateringlösungen.

„Die gesamte Branche ist in dieser schweren Zeit besonders gefordert, neue Konzepte und attraktive Angebote zu entwickeln. Neben den kurzfristigen Hygienemaßnahmen liegt unser Fokus auf dem Ausbau unserer digitalen Angebote, denn dem „hybriden“ Kongress – also der Teilnahme vor Ort und gleichzeitig virtuell von zu Hause aus - gehört die Zukunft“, ist sich Susanne Baumann-Söllner sicher. (red)





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