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Wien Tourismus will 90-Tage-Limit bei Zimmervermietungen

Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner schlägt bei Zimmer- oder Wohnungsvermietungen über Plattformen wie Airbnb und Co ein Jahreslimit vor: 90 Tage im Jahr halte ich für sinnvoll, das ist in vielen europäischen Städten üblich, so Kettner.

|  Foto: WienTourismus / Christian Stemper

In Wien gibt es derzeit keine diesbezüglichen Obergrenzen. "Wir sind mit der Stadt in Gesprächen", so Kettner. Mit einem 90-Tage-Limit würden Wohnungen nicht auf lange Zeit dem Wohnungsmarkt entzogen, betont der Chef-Touristiker.

Gleichzeitig heißt er aber die in letzter Zeit gesetzten Maßnahmen des Rathauses durchaus gut: "Die Änderung der Bauordnung (mit dem Verbot gewerblicher Vermietungen via Plattformen, Anm.) war ein richtiger Schritt - aber es ist eine Frage des Vollzugs bzw. der Überprüfungsmöglichkeit."

Wachstum im Niedrigpreissegment

Zuletzt ging man bei Wien Tourismus davon aus, dass die steigende Nachfrage von Vermietungsplattformen vor allem auf Kosten von klassischen Beherbergungsbetrieben im niedrigen Preissegment gehen. Diese Vermutung dürfte sich aber so nicht erhärtet haben. Denn laut Halbjahresbilanz 2019 sind die Nächtigungen in der Ein- und Zwei-Stern-Kategorie überdurchschnittlich gestiegen - um 12,3%. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Zuwachs über alle Kategorien lag bei 6,8%.

Nicht inkludiert sind hier "Sonstige Unterkünfte", zu denen Jugendherbergen, Campingplätze und Ferienwohnungen mit den auf Plattformen inserierten Angeboten zählen. Sie verzeichneten im ersten Halbjahr eine markante Steigerung von 52,1%. Kettner will aber die Dimension insofern zurechtrücken, als er betont, dass sie mit 724.000 Nächtigungen trotz allem nur gut 10% ausmachen.

Öffnungszeiten am Sonntag

Regelmäßig heiß diskutiert wird in Wien auch wieder einmal die Sonntagsöffnung. Die Wirtschaftskammer will hier Tourismuszonen durchsetzen, in denen Geschäfte auch sonntags aufsperren dürfen. Kettner spricht sich ebenfalls für eine Liberalisierung aus: "Die Ladenöffnungszeiten sind aus meiner Sicht zu restriktiv. Die Wien-Besucher sehen das übrigens auch so. Das ist einer der wenigen Punkte, wo Wien in Befragungen nur mittelmäßig abschneidet."

Geht es nach Kettner, muss es aber nicht unbedingt das Zonenmodell sein. "Ein erster Kompromiss könnte sein, dass Geschäfte wie in anderen Städten beispielsweise zehn Sonntage im Jahr offen lassen können", bringt er eine andere Idee ins Spiel. Voraussetzung für eine Änderung sei aber eine entsprechende Einigung der Sozialpartner. (apa/red) 





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