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Geschäftsreisen: Widerstand gegen Reiserichtlinien wächst

Während die große Mehrheit der Geschäftsreisenden den Wert des Reisens für ihre Arbeit anerkennt, regt sich in den verschiedenen Märkten in unterschiedlichem Maß der Widerstand gegen die Einhaltung der Reiserichtlinien.

Das sagt zumindest die neue Studie „Traveler 360°“ von American Express Global Business Travel (GBT). 2.000 Geschäftsreisende aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Australien, Singapur und Indien wurden dabei befragt, wie sie die Reiseprogramme ihrer Unternehmen wahrnehmen und einschätzen. 

Zu den Gründen für den Widerstand gegen die Reiserichtlinien gehören demnach mangelnde Klarheit und fehlende Verständlichkeit, der Wunsch nach Privatsphäre und Zweifel an der Fürsorge durch die Arbeitgeber. In vielen Fällen sind die Reisenden der Meinung, dass sie sich besser auskennen, wenn es um Gesundheit, Sicherheit und das Sparen von Unternehmensgeldern geht.

Deutschland: Unklare und unzureichende Richtlinien

In Deutschland halten laut der Studie beachtliche 58% der Geschäftsreisenden die Richtlinien ihres Unternehmens nicht für klar - und nur 67% wissen überhaupt, dass ihr Unternehmen tatsächlich Reiserichtlinien hat. Deutschland ist hier das Schlusslicht aller untersuchten Märkte.

Von diesen 67% sind wiederum 84% sehr vertraut mit den Richtlinien ihres Unternehmens - aber 67% geben zu, auch außerhalb der Richtlinien zu buchen. Die vier am häufigsten genannten Gründe dafür sind: „Näher am Ort der Konferenz/des Events sein“ (94%), „An einem sichereren Ort wohnen“ (93%) sowie „Komfortabler wohnen“ und „Dem Unternehmen Geld sparen“ (jeweils 92%).

Belohnung könnte zur Einhaltung motivieren

Gleichzeitig zeigen sich die Deutschen offen, wenn es darum geht, sich für die Einhaltung der Reiserichtlinie belohnen zu lassen: 43% würden sich durch einen Anteil des gesparten Geldes überzeugen lassen, 47% durch zusätzliche Freizeit, 39% durch eine Art Treueprogramm und 30% durch ein Fest. Nur 11% sagen, dass sie die Richtlinie auch ohne Belohnung einhalten.

Mit den Prozessen der Spesenabrechnung sind die Deutschen zufriedener als ihre Kollegen in anderen Ländern. Zwar halten 64% die Abrechnung für zeitaufwändig, liegen damit aber auf dem vorletzten Platz. Die Spanne reicht von 57% (USA) bis zu 79% (Indien). 50% der deutschen Befragten halten den Prozess für zu kompliziert - das bedeutet ebenfalls den vorletzten Platz.

Ähnliche Ergebnisse in den anderen Ländern

Auch in den anderen untersuchten Ländern sind die Geschäftsreisen mehrheitlich mit den Reiserichtlinien ihres Unternehmens vertraut - und ihre Meinung dazu fällt ebenfalls wenig schmeichelhaft aus. So sagen in Frankreich 59% der Befragten, ihr Unternehmen habe keine klaren Richtlinien - und 64% geben an, sie nicht immer zu befolgen. 

In Großbritannien befolgen 61% der Reisenden die Richtlinien nicht immer - und 94% würden ohne weiteres dagegen verstoßen, wenn sie dadurch negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden minimieren können. Zudem ist nur ein Drittel der britischen Geschäftsreisenden der Meinung, ihr Arbeitgeber habe stets ihre Sicherheit im Auge.

USA: Geschäftsreise jenseits der weltweiten Norm

Einzig in den USA zeigt sich ein anderes Bild: Hier sind nur 20% der Geschäftsreisenden der Ansicht, die Reiserichtlinien ihres Unternehmens seien unklar. Wenn sie innerhalb des Landes unterwegs sind, halten sich daher auch nur 40% nicht immer an diese Richtlinien. Auf internationalen Reisen wächst dieser Anteil allerdings auf bis zu 79%.

Der größte Unterschied zwischen den USA und den anderen Ländern betrifft aber die Sicherheit: Nur 30% der Befragten in den USA äußerten Sicherheitsbedenken bei Reisen im In- oder Ausland. In den anderen Ländern lag dieser Anteil bei 51 bis 77%. Auch sind nur 40% der amerikanischen Geschäftsreisenden daran interessiert, dass der Arbeitgeber aus Sicherheitsgründen jederzeit ihren Aufenthaltsort kennt - im Vergleich zu 62 bis 84% in den anderen Ländern. (red)





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