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Schrumpfkurs bei Air Berlin: Nur 75 Flugzeuge bleiben übrig

Air Berlin hat heute eine umfassende Umstrukturierung angekündigt: Das Unternehmen wird sich künftig auf das Kerngeschäft als Netzwerk-Carrier konzentrieren und mit einer deutlich reduzierten Flotte von 75 Flugzeugen nur noch die beiden Drehkreuze Berlin und Düsseldorf bedienen.

Um die viel zu großen Kapazitäten im Bereich der Flotte sowie des Cockpit- und Kabinenpersonals auslasten zu können, sollen bis zu 40 Flugzeuge der Airbus A320-Familie im Rahmen eines sechsjährigen Wet-Lease-Abkommens ab der Sommersaison 2017 an die Lufthansa Group vermietet werden. Die touristische Mittelstrecke mit weiteren 35 Flugzeugen wird in einem eigenständig agierenden Geschäftsbereich zusammengefasst. Nähere Details dazu stehen allerdings noch nicht fest.

Lufthansa hat inzwischen bereits bestätigt, dass die derzeit 90 Flugzeuge umfassende Flotte von Eurowings durch die Vereinbarung mit Air Berlin um 35 Maschinen wachsen wird. Weitere fünf Flugzeuge sollen von Austrian Airlines angemietet werden. Da ein „Wet-Lease“ angestrebt wird, dürften Eurowings und Austrian Airlines nicht nur die Flugzeuge von Air Berlin mieten, sondern jeweils den gesamten Flugbetrieb – also auch Cockpit-Crew, Kabinenpersonal und Wartung.

Geschäftsreisende verstärkt im Fokus

Bei den Flugzeugen, die gut zur einheitlichen Airbus-Flotte von Eurowings passen, handelt es sich um bis zu 29 Airbus-Maschinen vom Typ A320 und um bis zu elf Maschinen vom Typ A319. Die Flugzeuge sollen ihre Heimatbasis an insgesamt sieben deutschen Flughäfen sowie in Wien und Palma de Mallorca haben. Austrian Airlines soll mit den fünf zusätzlichen Flugzeugen ihre führende Position am Heimatflughafen Wien stärken. Die Einflottung und Ausflottung der Maschinen dürfte gestaffelt erfolgen.

Die neue Air Berlin wird dann ab dem Sommer 2017 mit 40 Flugzeugen der A320-Familie und 18 Flugzeugen des Typs Q400 nur noch Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Wirtschaftsstandorten anbieten. Dazu kommen 17 Maschinen des Typs Airbus A330-200, die auf der Langstrecke eingesetzt werden. Auf der Kurz- und Mittelstrecke will Air Berlin stärker auf das Geschäftsreisende mit einer ganzjährigen und damit saisonal unabhängigeren Nachfrage setzen. Dabei liegt der Fokus auf den Märkten Italien, Skandinavien und Osteuropa. Zudem will man den Marktanteil auch auf den für Geschäftskunden attraktiven innerdeutschen Verbindungen erhöhen.

1.200 Mitarbeiter müssen sich verabschieden

Durch die Reduzierung des operativen Geschäfts wird sich allerdings auch der Personalstand von Air Berlin um bis zu 1.200 Stellen verringern. Gespräche mit den Betriebsräten sollen „unverzüglich“ aufgenommen werden. Vielen Mitarbeitern könnten dabei Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Etihad Airways Partners Group angeboten werden, zu der Jet Airways, Air Serbia, Etihad Regional, Alitalia, Air Seychelles und Etihad Airways gehören.

„Air Berlin hat in der Vergangenheit alle Marktsegmente über eine einzige operative Plattform sowohl im Geschäftskundenbereich als auch in der Touristik bedient“, erklärt CEO Stefan Pichler in einer Aussendung: „Durch den stetig zunehmenden Marktdruck sehen wir uns nun gezwungen, dieses komplexe Geschäftsmodell zu ändern. Als fokussierter Netzwerk-Carrier mit klarer Positionierung fliegen wir künftig von unseren beiden Drehkreuzen aus in ertragreichere Märkte. Eine schlankere, dynamische und stärkere Air Berlin ist zukunftsfähig.“ (red)





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