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Share Economy: Skepsis der Travel Manager bleibt

„Share Economy“-Angebote werden im Geschäftsreisemarkt weiterhin nur verhalten angenommen. Das belegt die aktuelle Ausgabe der VDR-Geschäftsreiseanalyse.

Nur die Hälfte aller Unternehmen, denen Sharing-Angebote bekannt sind, lässt beispielsweise Kfz-Buchungen über Portale wie DriveNow, Car2Go oder Flinkster zu. Zudem ist es nur in etwa jeder dritten größeren Firma erlaubt, Übernachtungen über airbnb zu buchen oder einen „Ride Sharing“-Dienst wie Uber zu ordern. Die größte Akzeptanz haben Übernachtungsalternativen aus dem Bereich „Share Economy“ in kleineren Unternehmen.

„Obwohl Geschäftsreisende oftmals die ersten sind, die neue Trends in Sachen Mobilität aufspüren, scheint es sich hier genau umgekehrt zu verhalten. Neben den persönlichen Präferenzen der Reisenden dürften dabei auch rechtliche und versicherungstechnische Aspekte sowie die Sicherheit eine große Rolle spielen“, erläutert VDR-Präsident Dirk Gerdom. Zudem könnten solche Angebote oftmals nur schwer in bereits bestehende IT-Prozesse bei der Buchung und Abrechnung von Geschäftsreisen eingebunden werden.

10 Millionen Geschäftsreisende im Jahr 2014

Insgesamt ist die Anzahl der Geschäftsreisen von 2013 auf 2014 um 2,8% auf 175,8 Millionen gestiegen. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 10,1 Millionen Geschäftsreisende, was zu Ausgaben in Höhe von 49,2 Mrd. EUR führte. Die durchschnittliche Dauer einer Geschäftsreise blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 2,1 Tagen gleich, während die Kosten pro Reisetag geringfügig von 148 auf 146 EUR sanken.

„Verglichen mit dem Urlaubsreisemarkt sind die Ausgaben der Geschäftsreisenden etwa doppelt so hoch – und sie sind saisonunabhängig, was Arbeitsplätze in der Hotellerie, der Gastronomie und im Transportbereich sichert“, betont Gerdom.

Mehrkosten in fast allen Leistungsbereichen 

Im Jahr 2014 gab es Mehrkosten in allen Leistungsbereichen außer für Mietwagen. Der deutlichste Anstieg innerhalb eines Jahres zeigt sich erneut im Verpflegungsbereich mit 300 Mio. EUR Mehrkosten. Aus den ebenfalls seit ein paar Jahren wieder ansteigenden Kleinbeträgen („sonstige Kosten“) wurden 2014 sogar stattliche 5 Mrd. EUR. Darunter fallen transportbedingte Kosten für Kraftstoff, Taxi, den öffentlichen Nahverkehr, Kilometerpauschalen und Parkgebühren.

Größere Firmen werden öfter von Kommunikationskosten belastet als kleinere. Die Ursache sind häufigere Auslandsreisen. Im Vergleich zu den Unternehmen gibt der öffentliche Sektor weniger Geld für Kommunikation, Kreditkarten, Bewirtung und Geschenke aus, aber dafür mehr im Messe-, Tagungs- und Seminarbereich.

Hotelübernachtungen erreichen Rekordwert

Im Transportbereich hat die Bahn Marktanteile hinzu gewonnen. Im Fünfjahresvergleich ist der Anteil der Ausgaben für Bahnreisen von 16% auf 19% gestiegen – hauptsächlich zum Nachteil der Mietwagenbranche. Nach wie vor wird jeder vierte Euro für Übernachtungen beziehungsweise Flugreisen ausgegeben.

Den Vorjahreserwartungen entsprechend, wurde die leichte Stagnation bei den Hotelübernachtungen nicht nur aufgeholt – sie erreichten sogar einen neuen Rekordwert von 63,7 Millionen. Der jahrelange Trend „hin zur Mitte“ hält dabei innerhalb Deutschlands an: Neun von zehn Geschäftsreisenden sind in Häusern der Drei- oder Vier-Sterne-Kategorie anzutreffen.

Zusammengenommen steigt die Bedeutung der Bereiche „Persönliche Empfehlungen“ und „Bewertungen“ gegenüber der traditionellen Klassifizierung. Die klassischen Sterne liefern eine weitere Basis für die Auswahl, aber sie sind nicht mehr allein ausschlaggebend.

Fernbusse spielen noch kaum eine Rolle

Seit ein paar Jahren werden Fernbusse als Konkurrenz zu Bahn und Pkw auch im Geschäftsreiseverkehr diskutiert. Tatsächlich nutzen kleine und mittelständische Unternehmen Fernbusse bereits deutlich häufiger als andere. Doch auch die größten Firmen – meist jene mit preissensiblen Travel Managern am Steuer – sind nicht ausnahmslos abgeneigt: Etwa jeder zehnte hat Fernbusse im Transport-Repertoire. Im öffentlichen Sektor buchen 14% der Dienstreisenden auch mal eine Busreise.

Insgesamt geht der VDR davon aus, dass das Vertrauen in stabile wirtschaftliche Verhältnisse für das Jahr 2016 anhalten wird. Das spiegelt sich auch in den Prognosen der meisten Geschäftsreiseverantwortlichen wieder: Sie erwarten im kommenden Jahr insgesamt gleich bleibende oder leicht steigende Reisevolumen. (red)





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