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Swiss spitzt Sparstift

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines will auf allen Ebenen sparen. Darüber sind sich Geschäftsführung und Verwaltungsrat einig und gaben bei der Bilanzpräsentation für das erste Geschäftsjahr einen umfangreichen Maßnahmenkatalog bekannt. Neben einem Kapitalschnitt, der den Nennwert der Aktie von bisher 50 auf 32 Schweizer Franken reduzieren soll, müssen neuerlich Mitarbeiter abgebaut, Flugzeuge stillgelegt, Streckenkapazitäten reduziert und die Flottenverjüngung hinausgezögert werden.

Die neue Swiss hat im vergangenen Jahr besser als budgetiert abgeschlossen. Trotzdem wurde mit einem konsolidierten Umsatz von 4.278 Millionen Schweizer Franken ein Verlust von 980 Mio. Franken eingeflogen, wobei einmalige Sonderaufwendungen von mehr als 300 Mio. Franken enthalten sind. Trotz eines tollen Starts haben sich vor allem im 4.Quartal des Geschäftsjahres die Erwartungen nicht erfüllt, sagte CEO André Dosé. Sorgen bereitet auch die rückläufige Entwicklung des Durchschnittsertrages pro verkauftem Sitzkilometer. Die Gründe dafür liegen in den erheblichen Überkapazitäten im Markt, im äußerst harten Preiswettbewerb unter den Fluggesellschaften und der zunehmenden Konkurrenz durch die Billigfluggesellschaften. Zudem war auch der Anteil der Business-Class-Passagiere rückläufig, da Unternehmen die Anzahl der Geschäftsreisen reduzieren und häufig eine Klasse tiefer als gewohnt buchen.Auf Grund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage in den Hauptquellmärkten der Swiss und der weltweit tief greifenden Krise in der Luftfahrtbranche kann am Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses nicht festgehalten werden, sagte Swiss-CEO André Dosé. Eine Prognose für das Ergebnis dieses Jahres ist auf Grund der äußerst unsicheren Ertragslage zur Zeit noch nicht möglich.Swiss will eisern sparenNeben dem Kapitalschnitt, der von der Generalversammlung am 6. Mai beschlossen werden soll, sind weitere Sparmaßnahmen fixiert. Die ursprüngliche Bestellung von 60 Flugzeugen des Typs Embraer wird halbiert und der für heuer geplante Lieferbeginn um ein Jahr auf Herbst 2004 verschoben. Von den bestellten 12 Langstreckenflugzeugen A340-300 sollen vorerst nur sieben übernommen und gegen die MD-11 ausgetauscht werden. 27 Flugzeuge sind derzeit stillgelegt. Wie berichtet, wurde der Sommerflugplan gestrafft; 16 Destinationen wurden gestrichen, gutgehende Fernziele werden jedoch mit höheren Frequenzen bedient. Insgesamt hat die Swiss derzeit ihr Volumen um 20 Prozent reduziert. Investitionen, außer die für eine neue Booking Engine, mit der der Direktvertreib von derzeit 20 Prozent angekurbelt werden soll, sind eingefroren. Über einen weiteren Stellenabbau werde demnächst beraten, sagte Dosé. Komplettiert ist hingegen das Management. Seit Jänner ist William L. Meaney als Managing Director Commerce tätig. Neu kommen Manfred Brennwald (Operations) und Ulrich Svensson (Finanzen) in den Vorstand.Streckenstreichungen auf Grund der Irakkrise halten sich vorerst in Grenzen, sagte Dose. Lediglich nach Kairo und zu einigen Zielen in Großbritannien gibt es Frequenzreduktionen.Österreich vorerst gesichertGlimpflich davongekommen ist der für Swiss International Air Lines wichtige Quellmarkt Österreich. Wie berichtet, wurde die Strecke Salzburg - Zürich per Ende Winterflugplan gestrichen. Von Graz nach Zürich gibt es ab 1. April nur mehr zwei tägliche Rotationen, zwischen Basel und Wien eine tägliche Rotation weniger.