Leisure-Gäste dominieren erstmals das Serviced-Apartment-Segment
Mit einem Anteil von 56% haben im letzten Jahr in Deutschland erstmals mehr Leisure- als Business-Gäste ein Serviced Apartment gebucht. Das verraten die gerade veröffentlichten Zahlen des Marktreports 2026 von Apartmentservice.

Angetrieben von diesem Trend, sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer weiter und liegt jetzt bei sieben Tagen. Die Auslastung blieb im Jahr 2025 stabil bei 81% wie im Vorjahr, führte aber zu keiner gesteigerten Durchschnittsrate: Die ADR (Average Daily Rate) fiel von 92 Euro auf 89,50 Euro.
„Die Serviced-Apartment-Betreiber in Deutschland sind mit einem stärkeren Wettbewerb mit der klassischen Hotellerie und einer höheren Preissensibilität in den Unternehmen konfrontiert - vor allem durch die andauernde Wirtschaftskrise im Land“, erklärt Anett Gregorius, Inhaberin von Apartmentservice, die den Marktreport seit 2011 herausgibt. „Wir sehen zwar Erholungstendenzen bei der Zahl der Geschäftsreisen. Aber es wird deutlich effizienter gereist.“
Konsolidierung schreitet voran
Die Serviced-Apartment-Betreiber in Deutschland sind entsprechend mit einer stabilen, aber veränderten Nachfrage bei steigenden Betriebskosten konfrontiert. Blickten vor einem Jahr noch 59% der befragten Betreiber positiv auf die Marktentwicklung in Deutschland, so waren es jetzt nur noch 24%. Immerhin schätzten die wirtschaftliche Situation des eigenen Hauses noch zwei Drittel als positiv ein.
Aktuell verfügt der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland über 59.300 Einheiten in 1.160 Häusern mit mindestens 15 Einheiten. Berlin, München und Frankfurt bilden dabei - wie schon seit vielen Jahren - die Top-3-Städte. Die Konsolidierung schreitet aber voran, indem einzelne Marken verschwinden und Betreiber ihre Portfolien überarbeiten. Die aktuelle Dominanz von Leisure-Gästen dürfte darüber hinaus Anpassungen im Vertrieb, der Gästeansprache und im Development nach sich ziehen.
Der Pipeline-Knick ist überwunden
An der Spitze der Betreiber stehen nach wie vor die TFE-Hotels mit den Adina Apartment Hotels. Die mit Abstand längste Pipeline in Deutschland weist Limehome auf. Aktuell noch auf Platz 4, könnte das Unternehmen bis Ende 2029 eine Verdreifachung seines Portfolios erreichen. Dahinter folgen Homaris und Numa. Zusammen mit weiteren Playern wie Ipartment und Stayery sorgen sie dafür, dass das Segment bis 2029 stabil hoch um 38% wächst.
„Der Pipeline-Knick der Corona-Jahre ist überwunden. Der Expansionsdrang der Betreiber ist und bleibt trotz der aktuellen Herausforderungen hoch“, sagt Anett Gregorius. Vor allem vollautomatisierte Konzepte wachsen. Zudem können besonders über die Konversion von früheren Hotels und Büroflächen neue Projekte an den Markt gebracht werden.
„Das Serviced-Apartment-Segment profitiert hier weiter von seiner grundlegenden Stärke, Flächen und Konzepte flexibel und effizient planen und bespielen zu können - und das bei einer hohen Skalierbarkeit und breiten Zielgruppenansprache für lange wie kurze Aufenthalte“, so die Apartmentservice-Inhaberin: „Das Investoreninteresse ist weiterhin deutlich vorhanden, auch weil sich die Player an den Markt mit mehr standortspezifischen Konzepten und weniger Standardisierung angepasst haben.“ (red)


