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Prag: Hotelausbau im MICE und Luxussegment

Obwohl die Hotelkapazitäten während der Covid-19-Pandemie leicht zurückgegangen sind, bleibt die tschechische Hauptstadt eine der attraktivsten Hotelmärkte Mittel- und Osteuropas. Bis Ende 2024 soll die Unterkunfts- und Tagungskapazität mit mehreren neuen Hotelanlagen und nahezu 2.000 Hotelzimmern weiter ausgebaut werden.

Im Ranking von Cushman & Wakefield, das insgesamt 20 Städte der Region bewertete, belegte Prag den ersten Platz. Neben der Aufstockung von 2.000 Hotelzimmern werden auch mehr als 1.700 m² Tagungsfläche hinzukommen. 

Preislage vor und nach der Krise

Mit zunehmender Kapazität und Qualität stieg auch der Durchschnittspreis der Prager Hotelzimmer schon lange vor der Pandemie. Während 2014 ein Gast durchschnittlich 1.980 CZK pro Zimmer und Nacht bezahlte, lag der Preis 2019 bei 2.370 CZK (93 EUR). Der Trend steigender Preise betraf jedoch nicht nur Prag, sondern die gesamte Region Mittel- und Osteuropa . Gleichzeitig gehörten Prager Hotels zu den Hotels mit der höchsten durchschnittlichen Auslastung. Im Vorkrisenjahr 2019 lag Prag mit nahezu 80% Hotelauslastung auf Platz 5 in Europa, während 2021 pandemiebedingt mit einer durchschnittlichen Auslastung von 26% nur der letzte Platz eingenommen werden konnte. Im vergangenen Jahr sank auch der Preis für ein Zimmer auf rund 1.600 CZK (64 EUR).

Analyse der Meeting-Branche

Vor dem Ausbruch der Pandemie florierte auch die Meetings-Branche. Nach aggregierten Daten des Prague Convention Bureau, dem Dachverband der Prager Tagungsbranche, fanden im Rekordjahr 2019 in Prag 5.944 Veranstaltungen statt, an denen über 715.000 Delegierte aus aller Welt teilnahmen. Dies ist die höchste Zahl seit 2014, als das Prague Convention Bureau damit begann, aggregierte Daten aus den Statistiken des tschechischen Statistikamts zusammenzustellen (obwohl diese keine Veranstaltungen außerhalb von Hotelanlagen wie bspw. der größten Kongresszentren enthalten). Während der Pandemie ging die Zahl der Veranstaltungen und teilnehmenden Delegierten an einem der 10 beliebtesten Tagungsorte der Welt um fast 80% zurück.

Die größten Hotelprojekte

In der ersten Hälfte des Jahres 2023 wird das ehemalige Alcron Hotel mit dem neuen Namen Almanac X nach dem Umbau eröffnet und bietet eine Kapazität von 204 Zimmern. Es soll dem neuen W Prague Hotel mit 161 Zimmern und 350 m² Tagungsfläche folgen, das durch die Renovierung des ehemaligen Hotels Evropa am Wenzelsplatz entstehen wird. Weitere größere Hotelprojekte, die für 2023 geplant sind, sind das Mozart Hotel mit 170 Zimmern. In den kommenden Jahren werden wir auch eine Kapazitätserweiterung bereits etablierter Hotels sehen. Zusammen mit der geplanten Komplettrenovierung wird das Botanique Hotel Prague um 56 neue Zimmer erweitert, die somit insgesamt 262 Zimmer und eine Gesamtfläche von 450 m2 neue Tagungsräume mit Tageslicht bieten werden.

Das Hotel Carol der Gruppe Jan Hotels soll um die gleiche Anzahl an Zimmern erweitert werden. Nach der Erweiterung soll es insgesamt 117 Zimmer bieten. Innerhalb von zwei Jahren folgen die Eröffnungen des Zleep Radlická der Hotelkette Deutsche Hospitality mit 166 Zimmern, des Grande Amade Hotels mit 165 Zimmern und des Motel ONE am Bahnhof Masaryk, das eine Kapazität von 382 Zimmern haben soll. Im ersten Halbjahr 2024 soll auch das ehemalige InterContinental Hotel unter dem Namen Fairmont Golden Prague Hotel mit 297 Zimmern und 800 m2 Tagungsfläche wiedereröffnet werden. Auch das Segment der kleineren Hotels mit einer Kapazität von weniger als 100 Betten wird wachsen, insgesamt sollen vier solcher Boutique-Anlagen eröffnet werden. Insgesamt werden diese Hotels die Unterkunftskapazität von Prag um 254 Zimmer erweitern. (red)

„Die Liste zeigt, dass insbesondere im Segment der Luxushotels mit einer Erhöhung der Hotelkapazitäten zu rechnen ist. Dies ist für die Tourismusstrategie in Prag, die sich vom Profil der Stadt als Billigdestination für Junggesellenabschiede löst, zwingend erforderlich. Gleichzeitig werden die Kongresskapazitäten erhöht, was dazu beitragen wird, mehr Veranstaltungen in die Hauptstadt zu locken, und sie haben nicht nur einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft der Stadt, sondern auch auf soziale und bildungspolitische Auswirkungen“, erklärt Roman Muška, Director of the Prague Convention Bureau