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Bilanz 2021: Österreichs Meeting-Industrie schafft den Turnaround

10.400 Kongresse, Firmentagungen und Seminare, eine halbe Million Teilnehmer und rund 811.000 Nächtigungen österreichweit: So sieht die Bilanz für das Jahr 2021 im Meeting Industry Report Austria (MIRA) aus, der im Rahmen der Österreichischen Tourismustage präsentiert wurde.

|  Präsentation des MIRA 2021: Gerhard Stübe (Austrian Convention Bureau), Sandra Neukart (Österreich Werbung) und Christian Woronka (Vienna Convention Bureau) (c) ÖW / Jürg Christandl

„Nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 konnte der Turnaround geschafft werden. Die Branche befindet sich aber nach wie vor in einer Übergangsphase mit sehr vielen Herausforderungen“, fasst Gerhard Stübe - Präsident des Austrian Convention Bureau (ACB) und Geschäftsführer von Kongresskultur Bregenz - die Ergebnisse der Studie zusammen.

Unter dem Strich verzeichnete die österreichische Tagungs- und Kongressbranche 2021 trotz mehrerer Lockdowns und massiver organisatorischer Einschränkungen einen Zuwachs von 20% gegenüber dem Jahr zuvor. 2.731 Kongresse bedeuteten dabei ein Plus von 27,3%, 4.608 Firmentagungen ein Plus von 23,2% und 3.063 Seminare ein Plus von 14,6%.

Ein kräftiges Lebenszeichen

Die Rekordzahlen von 2019 sind damit zwar noch lange nicht erreicht, aber die Branche sei wieder von Zuversicht geprägt, betont Stübe: „Die Ergebnisse des Jahres 2021 sind ein kräftiges Lebenszeichen der Meeting-Industrie. Wir spüren das große Interesse, einander wieder persönlich zu treffen und sich im Rahmen von Präsenzveranstaltungen zu vernetzen“.

Als wichtigen Treiber für den Zuwachs im Jahr 2021 sieht er, dass die Unternehmen der Branche rasch gelernt hätten, Know-how für die veränderten Rahmenbedingungen aufzubauen und in die Digitalisierung zu investieren. Wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 waren die geringere Teilnehmerzahl pro Tagung (48 statt 70) und die stärkere nationale Ausrichtung (87,4% statt 79,6%).

12 Prozent mehr Nächtigungen

Insgesamt generierte die Tagungs- und Kongressbranche im vergangenen Jahr 811.186 Nächtigungen. Dies entsprach einer Steigerung von 12,5% im Vergleich zu 2020, aber nur rund einem Prozent aller touristischen Nächtigungen in Österreich.

Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2019 erzielte die Tagungswirtschaft mehr als 3,3 Millionen Nächtigungen, was einem Anteil von 2,2% aller Tourismusnächtigungen entsprach. Dies zeigt deutlich die Dimension der Rückgänge, welche die Meeting-Branche seit dem Jahr 2020 zu bewältigen hatte.

Erstmals hat der Meeting Industry Report auch die Zahl der hybriden Events erhoben. Das überraschende Ergebnis: Lediglich 371 aller gemeldeten Veranstaltungen entfielen auf dieses Format - also 3,6%. Auch die österreichweit 57 Green Meetings und 34 Green Events mit insgesamt rund 58.550 Teilnehmern sind eine eher bescheidene Bilanz.

Viele Kongresse im Sommer und Herbst

Die stärksten Monate für Kongresse waren im Jahr 2021 der Oktober (633), der September (615), der Juni (367) und der November (346). Insgesamt entfiel mehr als die Hälfte des Kongressgeschäfts auf den Herbst (58,4%) und ein Viertel auf die Sommermonate Juni bis August (25,4%).

Die Anzahl der internationalen Kongresse stieg im Jahr 2021 um 55,2% auf mehr als 200 Veranstaltungen. Sie sorgten für mehr als zwei Drittel aller Kongress- und Tagungsnächtigungen (387.110). Besonders zahlreich waren Kongresse in den Themenbereichen Wirtschaft & Politik, Humanmedizin und Geisteswissenschaften.

33 Prozent Marktanteil für Wien

Mit einem Marktanteil von 33,1% führte das Bundesland Wien das Ranking im österreichweiten Vergleich an. Die weiteren acht Bundesländer generierten gemeinsam 66,9% des Tagungsgeschäftes. 43,6% aller Kongresse, Firmentagungen und Seminare fanden dabei in den Landeshauptstädten statt.

„Einflussfaktoren wie steigende Energiekosten und Preiserhöhungen, die Kurzfristigkeit der Buchungen, der Mitarbeitermangel und die Veränderung der Arbeitsfelder werden die Branche in den nächsten Jahren begleiten“, gibt Gerhard Stübe zu bedenken: „Deshalb sind vor allem Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zukunft vonnöten“. (red)





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