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Austrian Airlines bleibt weiterhin tief in den Roten Zahlen

Die Corona-Krise hielt Austrian Airlines auch im zweiten Quartal 2021 in Atem und bescherte der Fluglinie ein dickes Minus. Auch die Halbjahresbilanz fiel deutlich negativ aus. Am Restrukturierungskurs wird festgehalten.

|  Foto: Austrian Airlines / Michele Pauty

Um wettbewerbsfähig aus der Krise fliegen zu können, werde das restrukturierte Unternehmen etwa 20% kleiner sein, erklärte Austrian Airlines in einer Presseaussendung. Deshalb müssten auch insgesamt 1.350 Vollzeitstellen gegenüber dem Vorkrisenniveau abgebaut werden.

Der Abbau von rund 850 Stellen sei bereits durch natürliche Fluktuation erreicht worden. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2020 ist der Personalstand per 30. Juni 2021 um 9% von 6.756 auf 6.132 gesunken. Im ersten Halbjahr 2019 zählte man noch 6.999 Mitarbeiter.

95 Millionen Euro Verlust im zweiten Quartal

Die Corona-Pandemie wirkt sich jedenfalls weiterhin auf das Unternehmensergebnis von Austrian Airlines aus. Zum Ende des zweiten Quartals 2021 konnten lediglich rund 55% der Vorkrisenkapazität angeboten werden. Daher wurde auch ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted EBIT) von minus 95 Millionen Euro erwirtschaftet.

Für das erste Halbjahr lag das Adjusted EBIT bei minus 201 Millionen Euro - im Vergleich zu minus 235 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahrs. Die Passagierzahl sank um 44% auf knapp 1,1 Millionen - ein Rückgang von 83% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, in den der Beginn der Pandemie fiel.

„Virusvarianten, die oft damit verbundenen Reiserestriktionen sowie die geringe Nachfrage nach Fern- und Geschäftsreisen bremsen die Erholung der Luftfahrtbranche. Die steigenden Buchungszahlen im Sommer verschaffen uns zwar etwas Luft, doch die Krise lässt uns noch lang nicht aufatmen“, betont CEO Alexis von Hoensbroech.

Weniger Passagiere, kleinere Flotte

Die Passagierzahlen von Austrian Airlines gingen im ersten Halbjahr 2021 um 44% von 1,99 Millionen auf 1,11 Millionen zurück. Verglichen mit 2019 (rund 6,7 Millionen) bedeutete das einen Rückgang von 83%. Die Zahl der Flüge sank um 31% auf 16.286 - zwei Jahre davor waren es noch 66.419.

Die angebotenen Sitzkilometer schrumpften binnen Jahresfrist um 37% auf 2,91 Milliarden, die verkauften Sitzkilometer halbierten sich sogar auf 1,54 Milliarden (-51%). Der Sitzladefaktor ging von 68,1 auf 53,1% zurück. Ende des zweiten Quartals bot Austrian Airlines lediglich 55% der Kapazität vor der Krise an.

Die Flotte der rot-weiß-roten Airline verkleinerte sich aufgrund der Redimensionierung im Halbjahresvergleich von 85 auf 73 Flugzeuge. Einen großen Teil der verkauften Maschinen machten dabei die Dash-Modelle aus. Darüber hinaus verließen bereits zwei Boeing 767 die Langstrecken-Flotte, eine dritte soll im Laufe des Jahres folgen.

Sommergeschäft sichert die Liquidität

Um der erhöhten Nachfrage im touristischen Segment auf der Kurz- und Mittelstrecke zu entsprechen, erweiterte Austrian Airlines das Programm im Sommerflugplan 2021 schrittweise auf mehr als 100 Ziele. Steigende Buchungseingänge zum Ende des ersten Halbjahres, die Kurzarbeit und die Modernisierungsmaßnahmen würde eine weiterhin stabile Liquiditätssituation ermöglichen, die das Unternehmen auf Kurs halte, heißt es.

„Nach wie vor lässt sich leider kein Ende der Pandemie absehen. Unsere Anpassungsfähigkeit und die konsequente Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen zeigen aber, dass es möglich ist, das Unternehmen erfolgreich durch die Krise zu fliegen“, kommentiert Alexis von Hoensbroech.

Erfreulich sei auch das am 14. Juni 2021 verkündete Urteil des Europäischen Gerichts. Mit diesem wurde die Klage von Ryanair und Laudamotion gegen die Staatshilfe für Austrian Airlines abgewiesen und die Beihilfe der Republik Österreich in der Höhe von 150 Millionen Euro für rechtskonform erklärt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2021

Vor allem der Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 zeigt, dass das Unternehmen trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Nachfrage nach wie vor weit von der Normalität entfernt ist. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der anhaltenden Pandemie würden auch Prognosen für eine Rückkehr von Geschäfts- und Fernreisen schwierig machen, so Alexis von Hoensbroech.

Es sei aber damit zu rechnen, dass die Auswirkungen der Pandemie noch weit ins Jahr 2022 oder länger deutlich spürbar bleiben werden. Bestehende Ungewissheiten, die sich auch im kurzfristigen Buchungsverhalten der Fluggäste zeigen, würden sich auch im Gesamtjahresergebnis widerspiegeln, erklärt der CEO von Austrian Airlines. (apa/red) 





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