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abta Business Travel Lounge zum „New Way of Working“

Statt der ursprünglich für Mitte Juni vorgesehenen und auf den Herbst verschobenen Fachtagung lud die abta zu einer Online Business Travel Lounge mit dem brandaktuellen Thema „New Way of Working“.

|  Foto: Fizkes / shutterstock.com

Bernhard Brauneder (Geschäftsführer von Amadeus Austria) hielt einen spannenden Vortrag zum "Safe Travel Ecosystem", Birgit Payer (HR Business Partner Erste Group) sprach über den konzerninternen "New Way of Working" und die Trainerin Barbara Blagusz referierte über Möglichkeiten, Videokonferenzen kreativer und spannender zu gestalten. Die Moderation erledigte abta-Vizepräsidentin Sabine Toplak gewohnt bravourös.

Wegbereiter zur Erneuerung der Branche

Bernhard Brauneder präsentierte interessante Ergebnisse einer hausinternen Studie. Demnach kristallisieren sich drei wesentliche Bedenken zum Reisen heraus: 48% äußern Besorgnis wegen der Menschenmengen auf den Flughäfen, 47% sorgen sich wegen der Gesundheit und Sicherheit in der Unterkunft und 46% haben Bedenken wegen der Sicherheit und Hygiene in den Transportmitteln.

Laut einer Studie der IATA würden 84% nicht reisen, wenn in einem Land eine Quarantäne droht. Das heißt: Die Quarantäne ist der "Show Stopper Nr. 1" - sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich. Die Flugsuche auf der Amadeus Plattform Connect habe ein Jahr lang stagniert, erst seit April habe man eine deutliche Erholung feststellen können.

Vertrauen in sicheres Reisen wieder herstellen

Wichtig sei, das Vertrauen in sicheres Reisen wieder herzustellen, betonte Brauneder. Bis jetzt gebe es nur viele verschiedene Initiativen, die unterschiedlich kommuniziert werden und mit unterschiedlicher Technologie hinterlegt sind. Statt der vielen Einzellösungen brauche es aber ein vernetztes System, um eine Erholung der Reisebranche zu erreichen.

Dafür stehe das „Safe Travel Ecosystem“ von Amadeus, das ständig weiterentwickelt wird und drei Aspekte beinhaltet: die Harmonisierung der Standards auf globaler oder zumindest europäischer Ebene, die Zusammenarbeit von Flughäfen, Airlines, Testzentren und Behörden und die Digitalisierung.

Digitalisierung könnte schnell helfen

Bei der Digitalisierung, die extrem schnell helfen könne, nannte Brauneder ebenfalls drei Hauptbereiche: kontaktlose Technologie, um das Reisen sicherer zu machen, ein System, das die notwendigen Infos zur Gesundheitsprüfung automatisch an die Touch Points weitergibt, und eine App für die digitale Darstellung der Zertifikate. All diese Lösungen würden derzeit von Amadeus entwickelt und mit Airlines erprobt.

Mindestens ebenso wichtig ist aber laut Brauneder die Information an die Reisenden und damit das Vertrauen zum Reisebüro - ein Thema, das mit den großen Reisebüros der DACH-Länder kürzlich diskutiert wurde. Man habe gelernt, dass die Information für die Reisenden ungeheuer wichtig ist und dass der Mangel an Vertrauen tatsächlich vom Reisen abhält. Das sei derzeit die größte Herausforderung für die Reiseanbieter.

Reisende wünschen Kommunikation

Laut einer PWC-Studie hängen 85% der Reiseentscheidungen von der Kommunikation über Sicherheitsmaßnahmen ab und 80% der Befragten erwarten, dass das Reisebüro mit ihnen mindestens einmal vor der Reise und auch während der Reise in Kontakt tritt. Man erwarte also eine aktive Kommunikation.

Bei der Frage, welche Technologie das Vertrauen am meisten erhöhen würde, geben 45% mobile Apps an. Man wünscht sich eine Benachrichtigung über ein auftretendes Risiko in Echtzeit. Das Reisebüro könne hier digitale Lösungen nützen, Amadeus agiere als Technologieanbieter im Hintergrund.

„Das Safe Travel Ecosystem hat die Aufgabe, dem Reisenden wertvolle Interaktionen anzubieten, und hilft Reisebüros, ihre Rolle erfüllen zu können. Die Interaktion muss digital und auch persönlich sein. Sie soll dem Reisenden die Sicherheit zurückgeben“, betonte Brauneder. Das sei eine Chance, aber zugleich auch eine Herausforderung für die gesamte Reiseindustrie.

New Way of Working in der Erste Group

Anschließend sprach Birgit Payer (HR Business Partner Erste Group) über die neuen Formen der Arbeitsweise und die Veränderungen in der Arbeitskultur, die sich seit März 2020 entwickelt haben.

„Covid-19 hat uns gezwungen, unsere Arbeitsweise grundlegend zu ändern. Remote Working ist zu einem festen Bestandteil unserer Arbeitsrealität geworden“ so Payer: „Arbeit ist heute etwas, das man tut, aber nicht ein Ort wohin man geht“. Das gelte zwar nicht für alle Branchen, aber doch für viele.

Remote Working verlangt nach Regeln

Es sei eine neue Art der Zusammenarbeit und Arbeitskultur entstanden, die auch das Managen und Führen von Mitarbeitern beeinflusse. Unabhängig vom Ort sei es wichtig, den geeigneten Rahmen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu schaffen. In der Erste Group sei man jedenfalls überzeugt, dass „remote“ noch weiter bleiben und auch für die Zukunft beibehalten wird.

Im Jänner 2021 startete das Unternehmen ein Projekt für ganz Österreich mit vier sogenannten „Streams“: Space, Digitalisierung, HR und Kommunikation. Im HR-Stream unter der Leitung von Payer habe man Lösungen entworfen und teils auch schon umgesetzt. Als Beispiele nannte Birgit Payer die sogenannten „Habits“ - also Verhaltensformen mit Regeln und Tipps für Remote und Hybrid Meetings.

Auch Kalender-Guidelines für Meetings in Outlook wurden entworfen. Sie werden seit Juni automatisch im Kalender eingetragen und sind mit 50 Minuten begrenzt. Weiters wurde ein Tool-Guide für Office 365 entwickelt, der erklärt, wann man welches Tool am besten verwendet. Darüber hinaus wurden Tests für digitale Kompetenz und Leadership Trainings entworfen, die auf die neuen Erfordernisse abgestimmt sind.

Tipps für erfolgreiche Online-Meetings

Zum Abschluss gab Barbara Blagusz den Teilnehmern der virtuellen Travel Lounge wertvolle Tipps, um Online-Meetings kreativer und spannender zu gestalten. Grundsätzlich sei bei digitalen Meetings die Aufmerksamkeitsspanne geringer als bei Live-Meetings, da es wenig Bewegung gebe, die Stimme monotoner werde und man mehr tun müsse, um Atmosphäre und Energie zu übermitteln.

Blagusz empfahl daher, mehr Gestik einzusetzen, und nannte eine Reihe von digitalen Tools, um die Teilnehmer zu aktivieren. Zum Einstieg führte sie als Beispiel das Markieren auf Landkarten an. „Das funktioniert immer gut, wenn sich die Leute nicht kennen – allerdings sollte es bald nach Beginn des Meetings geschehen. Dann sind alle aktiviert und man schaut, wer wo sitzt“, so Blagusz.

„Break out Session“ als perfektes Tool

Als sehr gutes Tool habe sich die „Break out Session“ bewährt. Der Host richtet dabei virtuelle Räume für kleinere Gruppen auf eine gewisse Zeit ein. „Hier kommt es zu mehr Austausch, alle sind aktiviert und reden miteinander“.

Dieses Tool habe viele Vorteile, man müsse allerdings konkrete Themen vorgeben und Aufgaben stellen. Gut bewährt habe sich auch ein Methoden-Mix - zum Beispiel mit einer virtuellen Kaffeepause. „Sehr beliebt ist auch die Methode, die Teilnehmer schätzen zu lassen, da hat jeder etwas zu tun“, so Blagusz.

Kein Online-Meeting mit mehr als 60 Minuten

Online-Meetings sollten jedenfalls nicht länger als 60 Minuten dauern. Spätestens nach 10 oder 20 Minuten sind ein Themenwechsel, ein Methodenwechsel oder ein neuer Impuls notwendig, da die Aufmerksamkeitsspanne nur bei vier Minuten liegt. Auch eine Frage in die Runde zu stellen, sei eine gute Idee.

Als externes Tool empfahl Barbara Blagusz den Mentimeter, der diverse Abfragemöglichkeiten anbietet. Auf die Frage, was ein gutes Online-Meeting ausmacht, hatte die Expertin ebenfalls eine Antwort parat: ein gutes Thema und vor allem Abwechslung. Wenn alle aktiviert seien, bleibe auch die Aufmerksamkeit erhalten. (Dr. Elisabeth Zöckl)





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