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Austria Center Vienna zieht erste Bilanz der Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie hat auch das Geschäftsjahr 2020 im Austria Center Vienna (ACV) geprägt. Wie in der gesamten Veranstaltungsbranche fiel das Kerngeschäft ab März völlig aus. Dies sorgte gegenüber dem Vorjahr für einen Umsatzeinbruch von 61,2% auf 5,14 Millionen Euro.

|  ACV-Direktorin Susanne Baumann-Söllner vor der Impfstraße im Austria Center Vienna (c) www.acv.at / Ludwig Schedl

Österreichs größtes Kongresszentrum war dabei schon sehr früh massiv vom Ausbruch der Pandemie betroffen: Der Radiologenkongress ECR – der mit Abstand größte jährliche Fachkongress mit normalerweise bis zu 25.000 Teilnehmern – musste Anfang März kurzfristig verschoben werden. Gleiches galt für alle anderen Großveranstaltungen, die zuvor eingeplant waren.

Dies spiegelt sich auch in den eingebrochenen Umsätzen aus Veranstaltungen wider: Gegenüber dem guten Vorjahr 2019 mit 13,29 Millionen Euro sank der Umsatz um 61,2% auf nur noch 5,14 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind dabei sonstige Erlöse - vor allem aus den Teststraßen im November und Dezember - in der Höhe von 2,72 Millionen Euro.

„Der plötzliche Ausbruch der Pandemie war für die gesamte Branche ein Schock. Die darauf folgenden Monate haben wir genutzt, um Veranstaltungen zu verschieben, unsere zahlreichen Bauprojekte voranzutreiben sowie neue Hygiene- und Hybridkonzepte zu entwickeln“, berichtet Direktorin Susanne Baumann-Söllner.

Schnelltest-Pilotprojekt als „Turning Point“

Im September 2020 ergab sich für das ACV die einmalige Gelegenheit, eine erste Charge der damals frisch zugelassenen und teilweise noch umstrittenen Covid-19-Schnelltests zu erwerben. Gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität startete das Kongresszentrum ein international viel beachtetes Pilotprojekt, bei dem rund 2.000 Studierende direkt vor der Vorlesung einen „Eintrittstest“ durchführten.

„Was mittlerweile international als Standard gilt, wirkte damals wohl für viele wie Szenen aus einem Science-Fiction Film“, erinnert sich Baumann-Söllner: „Als Glücksfall erwies sich, dass wir als Kongresszentrum die langjährige Erfahrung mit Großveranstaltungen in das logistische Konzept eingebracht haben. Die DNA dieses Pilotprojekts nutzen wir – natürlich laufend adaptiert - bis zum heutigen Tag.“

Impf- und Teststraßen als permanenter Großkongress

Nachdem das ACV im Auftrag der Stadt Wien gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund seit November 2020 die Teststraßen durchführt, werden seit März 2021 zusätzlich die Impfstraßen betreut. Bisher wurden am Standort rund eine Million Schnelltests abgenommen und knapp 700.000 Impfstiche gesetzt.

Baumann-Söllner: „Mein großer Dank gilt der Stadt Wien, allen Partnerunternehmen und vor allem den vielen Mitarbeitern, die seit mehr als einem halben Jahr herausragende Leistungen bei diesem Mammutprojekt erbringen. Jeden Tag begrüßen wir zwischen 15.000 und 20.000 Wiener bei uns. Das ist vergleichbar mit einem Großkongress, der durchgehend an sieben Tagen pro Woche von 7 bis 19 Uhr stattfindet.“

Aufgrund der großen Anforderungen wurde die Stammbelegschaft vorübergehend von rund 90 auf derzeit mehr als 600 Mitarbeiter aufgestockt. Dazu kommt noch der deutlich höhere Personalbedarf der beauftragten Unternehmen - vor allem aus den Bereichen Sicherheit und Reinigung.

Internationale Kongresse erst wieder 2022

Dank der jüngsten Lockerungen finden seit Mai bereits kleinere virtuelle und hybride Veranstaltungen im Austria Center Vienna statt. Mit dem „Red Bull Campus Clutch“ konnte dabei auch erstmals eine E-Sport-Veranstaltung gewonnen werden.

Nach dem virtuellen Kongress der pädiatrischen Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung folgen noch im Juni der europäische Neurologenkongress und im Juli die Biophysik-Konferenz als Hybridveranstaltungen. Ein Highlight unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wird Anfang September die 5th World Conference of Speakers of Parliament.

Aufgrund der noch immer unsicheren Situation werden größere internationale Kongresse aber erst ab 2022 wieder stattfinden können. Gleiches gilt für das Wiener Spielefest, das man schweren Herzens erneut um ein Jahr verschieben musste.

„Draußen ist das neue Drinnen“

Neben der Durchführung der Test- und Impfstraßen wird im ACV derzeit quasi „nebenbei“ das größte Modernisierungsprojekt der Unternehmensgeschichte fertiggestellt. Nach der Überdachung des donauSEGELs und dem neuen Panorama Walk werden in Kürze auch die Arbeiten am neuen Zugangsgebäude abgeschlossen sein.

„Wir sind begeistert vom Ergebnis und sind jetzt schon dabei, die nächsten Modernisierungsschritte für die kommenden Jahre zu setzen. Darunter fallen zum Beispiel die neu gestaltete Eingangshalle, moderne Loungebereiche, die Sanierung der Parkdecks und ein Begrünungskonzept“, verrät Baumann-Söllner.

Der Pandemie-Trend „Draußen ist das neue Drinnen“ werde jedenfalls auch nach Covid-19 mit Sicherheit bestehen bleiben. „Dementsprechend planen wir schon jetzt die Attraktivierung des Vorplatzes, der Terrassen und die Einbindung des angrenzenden Donauparks für die künftigen Kongressgäste mit ein“, so Baumann-Söllner. (red)





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