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Geschäftsreisen und MICE nach Corona: Wohin führt der Weg?

Das deutsche Prüfinstitut Certified hat im April eine Umfrage in seinem Netzwerk aus Travel Managern, Einkäufern, Office Professionals und Event-Planern durchgeführt. Das wichtigste Ergebnis: 76% vermissen persönliche Meetings und Präsenzschulungen extrem oder sogar ganz extrem.

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Unter anderem wird in der Umfrage bedauert, die anderen Teilnehmer nicht mit allen fünf Sinnen wahrnehmen zu können. Auch die Unmöglichkeit, „zwischen den Zeilen lesen zu können“, wird als Nachteil der Online-Lösungen gesehen.

Besonders deutlich fällt das Urteil aus, wenn es um Emotionen geht: Diese sind digital nur sehr eingeschränkt möglich - ebenso wie der persönlichen Austausch beim Smalltalk zum Kaffee, bei einem Glas Wein an der Bar oder einer Zigarette im Freien.

Online-Meetings werden Bestand haben

Mit Online-Meetings via Teams, Zoom, Webex & Co. haben 41% der Befragten positive Erfahrungen gesammelt, während 45% neutral dazu stehen und lediglich 14% negative Erlebnisse angeben. Dennoch geben 75% an, dass Online-Meetings auch in der Zukunft Bestand haben werden.

Das liegt an mehreren Faktoren: der kurzen Vorlaufzeit in der Planung, den preiswerten und technisch ausgereiften Lösungen, weniger Stress durch weniger Reisezeit sowie geringeren Kosten insgesamt durch wegfallende Reisen und Hotelaufenthalte.

Viele Kandidaten für Online-Formate

Die Befragten halten dabei neben Teambesprechungen vor allem halb- oder eintägige Seminare und Schulungen, Beratungen und Consulting, Projekttreffen, den Kundendienst und den Support sowie Gremien- und Ausschusssitzungen für jene Bereiche, die auch künftig als Online-Meetings gut durchgeführt werden können.

Längere Seminare und Konferenzen ab einer Dauer von drei Tagen, Prüfungen, Vertragsabschlüsse, Team-Events und Incentives werden hingegen eher wieder in Präsenz stattfinden. Bei Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen und Akquisegesprächen ergibt sich ein gemischtes Meinungsbild. Sie dürften mal in Präsenz, mal digital absolviert oder als hybride Events umgesetzt werden.

Pessimismus bei den Geschäftsreisen

Pessimistische zeigten sich die Befragten bei der Zukunft der Geschäftsreisen: 33% rechnen damit, dass das Aufkommen „nach Corona“ um 20% bis 30% niedriger als vor der Pandemie ausfallen wird. 38% erwarten einen Rückgang von 30% bis 50% und immerhin 27% sind sogar noch skeptischer und prognostizieren einen Rückgang von bis zu 70%.

62% reisen momentan mit einem sicheren Gefühl, wobei der Wunsch nach einer schnellen Impfung stark ausgeprägt ist. 49% geben an, die Art der Anreise verändert zu haben. Die überwiegende Mehrheit fährt nun mit dem PKW.

Wünsche und Erwartungen an die Hotels

Als positive Maßnahmen werden vor allem die Abstandsregeln und der verpflichtende Mund-Nasen-Schutz sowie die hohe Verfügbarkeit an Desinfektionsmittel-Spendern wahrgenommen. Negativ fiel bei den aktuellen Geschäftsreisen in der Pandemie besonders das Frühstück auf. Das Angebot sei hier sehr reduziert und eingeschränkt - fast schon emotions- und seelenlos.

Die Befragten haben vier Wünsche, wenn es darum geht, welche Maßnahmen auch nach der Pandemie beibehalten werden sollten: Desinfektionsmittel in den öffentlichen Bereichen, eine gute Luftreinigung, ein erhöhter Reinigungsturnus und größere Abstände.

Bei den Themen, die künftig bei der Auswahl und Buchung von Unterkünften an Bedeutung gewinnen werden, wurden vor allem Hygiene und Sauberkeit (65%), Sicherheit (46%) und Nachhaltigkeit (41%) genannt. Der Preis würde in der Zukunft hingegen keine wichtigere Rolle spielen als vor der Pandemie, glauben 62%. (red)





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