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ÖHV: Zwei Drittel der Hotels würden Mitte Mai wieder eröffnen

Sicherheit hat Vorrang: Nur wenn bis Mitte Mai alle wichtigen Covid-19-Benchmarks erreicht sind, würden zwei Drittel der heimischen Hotels wieder öffnen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Branchenbefragung durch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV).

|  Foto: shutterstock / Dmitry Kalinovsky

Allerdings würde der Neustart nicht sofort und überall mit hoher Auslastung erfolgen, erklärt ÖHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer: "Das wäre auch ein Argument für eine zeitnahe sanfte Öffnung, anstatt mit Vollgas in die Hochsaison zu gehen. Aber freilich muss die Wirtschaftlichkeit mit der Gesundheit Hand in Hand gehen - gerade nach der monatelangen Durststrecke. Auch für die Mitarbeiter.“

Für die Öffnung brauche es zudem endlich Vorgaben, fordert Reinhold Hofmann, stellvertretender Geschäftsführer des Therme Laa Hotel: „Es wäre hilfreich, wenn die Regierung konkrete Rahmenbedingungen für ein sicheres Öffnen nennt. Wir möchten unseren Gästen maximale Sicherheit bieten, die Umsetzung braucht aber Zeit.“

Knackpunkt sind die Mitarbeiter

Die Mitarbeiter entpuppen sich jedenfalls als Knackpunkt für den Restart: Vor der Krise beschäftigten die heimischen Hotels im Durchschnitt 63 Mitarbeiter, für die Wiedereröffnung bräuchten sie 41. Durchschnittlich neun Mitarbeiter je Betrieb haben die Branche seit Beginn der Krise verlassen.

Wichtig sei, die Zahlen richtig einzuordnen, so Gratzer: „Es ist auch ein Erfolg, einen so großen Teil der Mitarbeiter in einer so schwierigen Zeit so lange zu halten.“ Neben der Kurzarbeit (86,4%) setzten die Arbeitgeber dabei vor allem auf Wiedereinstellungszusagen (61,4%) und Investitionen in Weiterbildung (43,4%).

Für Peter Prisching, Geschäftsführer des AVITA Resort, ist das ganz klar Chefsache: „Neben einer Überbezahlung schütten wir Treueprämien aus, fördern Aus- und Weiterbildung, bieten Aufstiegschancen im Unternehmen und setzen im Recruiting auf innovatives Onboarding.“

Zwei Probleme als Teil einer Lösung

Damit gibt sich die ÖHV aber nicht zufrieden: Gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft müsse sein, die Lücke bei den Mitarbeitern zu schließen. Die hohe Arbeitslosigkeit sei dabei ein Teil der Lösung. Auf der Hand läge etwa die zielgerichtete Vermittlung von Airline-Mitarbeitern: „In den Tourismus hinein- statt hinausvermitteln, muss die Devise sein“, betont Dr. Markus Gratzer.

Überhaupt eröffne die Herausforderung für die Hotellerie neue Chancen für Bewerber, so Gratzer: „Wer Erfahrungen in der Dienstleistung vorweisen kann, hat gute Chancen auf eine Anstellung in einem Qualitätsbetrieb. Also Zeit, den nächsten Karriereschritt zu planen“.

Die Impfungen ebnen den Weg

Seien die Hotels einmal offen, würde sie es auch bleiben, ist der ÖHV-Generalsekretär überzeugt: „Sind genügend Leute geimpft, steht dem Urlaub an den schönsten Orten Österreichs nichts mehr im Weg.“

Auch Hans Berndorfer vom Hotel Alpenland in Obertauern sieht in der Impfung einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität: „Unser dringlichster Wunsch an die Regierung ist die raschestmögliche Durchimpfung, damit Reisen schnell wieder möglich ist.“ Bis dahin brauche es ein höheres Tempo bei den Hilfszahlungen.

„Die Krise zeigt, wie wichtig ein gut funktionierender Tourismus für Österreich ist. Der Restart muss perfekt gelingen“, betont Dr. Markus Gartzer. Die ÖHV stelle ihren Input aus der Praxis für die Erarbeitung der nächsten Maßnahmen zur Verfügung: „Die Vorbereitungen für das Hochfahren des Wirtschaftsmotors Tourismus muss für die Öffnungskommission höchste Priorität haben.“ (red) 





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