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Neue Studie: Bahnfahren ist auch in Pandemiezeiten sicher

Mehr als 100 internationale Studien bzw. Fachartikel haben der Umweltmediziner Prof. Hans-Peter Hutter und sein Team für die Studie „Bus- und Bahnverkehr in Zeiten der Covid-19-Pandemie“ analysiert. Das Ergebnis: Das Infektionsrisiko ist im öffentlichen Verkehr überraschend gering.

|  Prof. Hans-Peter Hutter bei der Präsentation seiner neuen Studie (c) ÖBB / Andreas Scheiblecker

Bus und Bahn stellen demnach keine Treiber des Infektionsgeschehens dar und spielen weltweit nur eine untergeordnete Rolle bei der Verbreitung des Covid-19-Virus. Kurz und gut: "Das Ansteckungsrisiko ist in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht höher als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens", wie die ÖBB in einer Aussendung betonen.

Zurückgeführt wird das unter anderem auf die hohen Luftwechselraten durch die Lüftungsanlagen. Da der Hauptübertragungsweg von Covid-19-Viren über Tröpfchen bzw. Aerosole erfolgt, komme dem in der öffentlichen Diskussion sonst eher weniger beachteten Luftwechsel mit Frischluft eine besonders wichtige Rolle bei der Reduktion von Infektionsrisiken zu, heißt es in der Studie.

Maximaler Schutz – minimales Risiko

Selbstverständlich bleibt weiterhin die Summe aller Präventionsmaßnahmen entscheidend. Händewaschen, Abstand halten und eine FFP2-Maske stellen gemeinsam bereits einen sehr effektiven Schutz dar. Kommt dann noch ein hoher Luftwechsel mit Frischluft hinzu, ist davon auszugehen, dass die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel als weitgehend sicher zu bezeichnen ist, so Prof. Hutter.

Beispielsweise sorgt ein ÖBB Railjet für eine Frischluftrate von rund 1.700 Kubikmeter pro Stunde. Das bedeutet, dass die Luft elf Mal pro Stunde gewechselt wird. Das ist vor allem im Bereich des Fernverkehrs wichtig, der naturgemäß von längeren Fahrzeiten und weniger Fahrgastwechseln geprägt ist.

Kein erhöhtes Risiko für Zugpersonal

Ein indirekter Nachweis für ein geringes Infektionsrisiko in öffentlichen Transportmitteln kann auch aus Untersuchungen von Zugbegleitern mit ihrer langen Aufenthaltszeit im Zug und den häufigen, direkten Kontakten zu den Reisenden abgeleitet werden. Studien aus Deutschland und Japan fanden dabei im Vergleich zur Bevölkerung kein erhöhtes Infektionsrisiko.

„Das legt den Schluss nahe, dass auch bei längeren Reisen die Präventionsmaßnahmen - wie der hohe Luftwechsel mit Frischluft, Reinigungsleistungen, Maske tragen und nach Möglichkeit Abstandhalten - einen sehr effektiven Schutz vor eine Infektion bieten“, erklärt Prof. Hutter.

ÖBB fühlen sich durch Studie bestätigt

Wie die ÖBB betonen, haben sie seit Beginn der Covid-Pandemie umfangreiche Maßnahmen gesetzt, um das subjektive Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Fahrgäste in den öffentlichen Verkehr zu stärken. So sind täglich mehr als 1.000 Reinigungskräfte an den Bahnhöfen und in den Zügen für die Oberflächenreinigung im Einsatz.

Auch die Verteilung von Desinfektionsmittel und Masken an die Mitarbeite und die konsequente Information über alle Kanäle hätten Wirkung gezeigt. Gleichzeitig habe die ÖBB auch eine konzernweite Teststrategie implementiert, um Risiken frühestmöglich zu erkennen und die Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen.

„Ich bin sehr froh darüber, dass die Anstrengungen unserer Mitarbeiter bestätigt werden und wir den Fahrgästen ein gesundes Umfeld bieten können. So ermöglichen wir auch in Pandemiezeiten eine sichere und klimaneutrale Mobilität,“ fühlt sich der Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä durch die Studienergebnisse bestätigt. (red)





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