Skip to Content
Menü

Neustart im Sommer schuf die Basis für Weg aus der Krise

Nach dem Neustart der Tagungs- und Kongressbranche im Sommer 2020 wird sich die eingeleitete Erholung des Marktes in Deutschland in Folge des jüngst beschlossenen „Lockdown light“ weiter verzögern.

|  Lindner Kultur & Tagungshotel in Bad Sooden-Allendorf (c) Lindner Hotels AG

Im Auftrag des GCB German Convention Bureau und des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren untersuchte das Europäische Institut für Tagungswirtschaft (EITW) die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Veranstaltungsmarkt in Deutschland. Das Ergebnis: Auch wenn die aktuelle Entwicklung die Wiederbelebung des Marktes erneut verschiebt, schaffen innovative Konzepte und das Verantwortungsbewusstsein der Branche eine gute Grundlage für die Zukunft.

Der Neustart im Sommer 2020

Nach dem ersten Corona-bedingten Lockdown im Frühjahr konnte die deutsche Veranstaltungswirtschaft seit den Sommermonaten teilweise neu starten. Je nach Bundesland und abhängig davon, ob die Veranstaltung in geschlossenen Räumen oder im Freien stattfand, waren Meetings, Tagungen und Kongresse unter Einhaltung bestimmter Hygiene- und Sicherheitsstandards wieder möglich. Laut einer EITW-Befragung hatten 87,3% der Tagungsstätten ihren Betrieb nach dem Lockdown vom Frühjahr wieder aufgenommen.

„Veranstalter, Location-Betreiber, Hoteliers und Dienstleister haben dabei Verantwortung übernommen und mit überzeugenden Hygienekonzepten gezeigt, wie sicheres Tagen unter Pandemie-Bedingungen möglich ist“, sagt Matthias Schultze, Managing Director des GCB. Insbesondere hybride Veranstaltungsformate, die Präsenz- und Online-Teilnahme verbinden und eine große Vielfalt neuer Technologien einsetzen, hätten sich in den letzten Monaten sehr stark entwickelt und verbreitet, so Schultze.

Tagen unter neuen Bedingungen

Nach dem Restart haben sich allerdings die Kapazitäten und die Buchungslage in den Veranstaltungsstätten deutlich verändert. Aufgrund des erhöhten Platzbedarfs zur Einhaltung von Mindestabständen verringerte sich das durchschnittliche Sitzplatz-Angebot der Tagungshotels, Kongresszentren und weiteren Locations um rund 70% von 936 auf 230 Plätze.

Bei den Größenklassen durchgeführter Tagungen und Kongresse waren daher auch eindeutig die kleinen Formate als Gewinner zu sehen. An fast drei Viertel der Tagungen, Kongresse und Seminare nach dem Neustart nahmen 20 bis 50 Personen teil. Große Veranstaltungen fanden nicht oder nur sehr eingeschränkt statt.

Nur ein Drittel des Vorjahres

Insgesamt hätten ohne den neuen „Lockdown“ im Jahr 2020 rund 30% der Veranstaltungen mit rund 25% der Teilnehmer - verglichen mit 2019. Mit Blick auf die aktuelle Buchungslage für die Monate Oktober, November und Dezember 2020 prognostizieren die Veranstaltungsstätten nun, dass sie ungefähr ein Drittel des Volumens von 2019 erreichen.

„Ein wirtschaftlicher Veranstaltungsbetrieb ist aufgrund der stark eingeschränkten Kapazitätsauslastung und der Corona-bedingten Mehrkosten nicht möglich. Für die Betroffenen, die Vielzahl der stark unter Druck stehenden Unternehmen und die Fachkräfte der Branche, sind deshalb finanziellen Hilfsmaßnahmen unerlässlich“, so Ilona Jarabek, Präsidentin des EVVC. (red)





Weitere Artikel zu diesem Thema

Erfolg in der Krise: Flandern erhält ICCA Marketing Award
mice


Zuversicht in der Hofburg Vienna: „Der Kongress ist nicht tot“
mice


Foto: Vienna House

Deutsche Tagungshotels stehen vor intensivem Herbstgeschäft
mice