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Austria Center Vienna zieht Bilanz des Schnelltest-Projekts

Am 16. und 17. September hat das Austria Center Vienna (ACV) in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien, dem Arbeiter-Samariter-Bund und dem Medizinproduktehändler Alpstar ein europaweites Pilotprojekt mit rund 2.000 Schnelltests durchgeführt.

|  Pilotprojekt für Covid-19-Schnelltests im ACV (c) IAKW-AG / Ludwig Schedl

|  Pilotprojekt für Covid-19-Schnelltests im ACV (c) IAKW-AG / Ludwig Schedl

|  ACV-Direktorin Susanne Baumann-Söllner (c) IAKW-AG / Ludwig Schedl

Das daraus resultierende Interesse bei Veranstaltern, Hotellerie und Wirtschaft war groß - national wie international. Das ACV will daher alle wichtigen Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt veröffentlichen, damit sie als Grundlage für zukünftige Veranstaltungen genutzt werden können.

„Mit dem Pilotprojekt wollten wir zeigen, dass Schnelltests die Sicherheit von Veranstaltungen deutlich erhöhen können und der Einsatz organisatorisch möglich ist. Das überwältigende Interesse quer durch alle Branchen zeigt uns, welch große Hoffnungen in das neue Testsystem gesetzt werden“, sagt ACV-Direktorin Susanne Baumann-Söllner.

Schnelltests sind in der Praxis durchführbar

Die zentrale Erkenntnis aus dem Pilotprojekt lautet: Schnelltests sind in der Praxis durchführbar und bilden eine sinnvolle Ergänzung innerhalb eines Hygiene- und Sicherheitskonzepts. In der Vorbereitung wurde ein skalierbares Teststraßen-System entwickelt, das individuell auf den Schnelltest abgestimmt war.

Das Pilotprojekt lieferte dabei wertvolle Erkenntnisse zu den notwendigen Vorlaufzeiten vor Veranstaltungen und dem Personalaufwand bei Schnelltests: Als Grundlage für die Vorlaufzeiten können 30 Sekunden pro Abstrich genommen werden. Daraus errechnen sich die notwendige Anzahl der Teststraßen bzw. die Zeitslots für die Teilnehmer.

Pro Teststraße sind eine medizinische Fachkraft für den Rachenabstrich sowie zwei bis drei Assistenten zur Vorbereitung der Lösung und Betreuung der Testpersonen notwendig. Dazu kommt ein Sanitäter-Team am Ende der Straße für die Betreuung der positiven Fälle. Die Durchführung des Tests vom Abstrich bis zur Sichtbarkeit des Ergebnisses dauerte im Schnitt zwischen sechs und zehn Minuten und lag damit deutlich unter den ursprünglich eingeplanten 15 Minuten.

Fünf positive Ergebnisse bei 2.000 Tests

Im Rahmen der Veranstaltung wurden rund 2.000 Schnelltests bei Studierenden, Personal, Partnerunternehmen und Journalisten durchgeführt. Dabei gab es fünf positive Testergebnisse. Nach der umgehenden Isolierung und einem zusätzlichen PCR-Test wurden die fünf Verdachtsfälle einzeln in Heimquarantäne gebracht.

Am zweiten Veranstaltungstag wurde eine Person positiv getestet, die am ersten Tag noch ein negatives Ergebnis hatte. „Dieser Fall unterstrich einmal mehr, dass ein Antigentest stets eine Momentaufnahme der aktuellen Viruslast ist. Daher sollte bei mehrtägigen Veranstaltungen ein täglicher Schnelltest durchgeführt werden“, so Baumann-Söllner. 

Außerdem sei ein negatives Testergebnis niemals gleichzusetzen mit absoluter Sicherheit vor Covid19 - es sei aber ein wirksames Werkzeug, um die Sicherheit vor Ansteckungen bei Veranstaltungen deutlich zu erhöhen, lautet die erste Bilanz der ACV-Direktorin. (red)

Die wichtigsten Ergebnisse im Detail

  1. Planbare Vorlaufzeiten: 30 Sekunden pro Person. Im Erstversuch wurden relativ großzügige Vorlaufzeiten gewählt: Für maximal 1.000 Personen wurden drei Zeitslots von je 30 Minuten vorgegeben, sodass ziemlich genau ein Test pro Minute und Straße als Grundlage diente. Aufgrund der Erfahrungen – vor allem ganz zu Beginn des ersten Tages mit sehr zügiger Abarbeitung der Schlangenbildung, welche sich vor der Öffnung gebildet hat – sind Testungen deutlich schneller möglich. So können laut Arbeiter-Samariter-Bund jedenfalls 30 Sekunden pro Testperson als Grundlage genommen werden. Dies bedeutet, dass pro Teststraße im Schnitt 120 Personen in der Stunde getestet werden können. Je nach Vorinformation und Teilnehmer-Disziplin in der Schlange ist im Idealfall auch eine durchschnittliche Vorlaufzeit von 20 Sekunden pro Person möglich.
  2. Dauer für Absolvierung der Teststraße: Sechs bis zehn Minuten. Die Durchführung des Tests vom Abstrich bis zur Sichtbarkeit des Ergebnisses dauerte im Schnitt zwischen sechs und zehn Minuten. Die Teststraße ist idealerweise in Abschnitte einzuteilen, damit die Testpersonen in halbminütigem Rhythmus und unter Einhaltung des Sicherheitsabstands jeweils einen Abschnitt vorrücken können.
  3. Personalaufwand pro Teststraße: Ein Sanitäter und mindestens zwei Assistenten. Pro Teststraße waren ein Sanitäter für den Rachenabstrich sowie zwei bis drei Assistenten zur Unterstützung des Testdurchlaufs vorgesehen. Dieses Setting hat sich im Pilotprojekt bewährt. Zusätzlich ist am Ende der Teststraßen ein Team von medizinischem Fachpersonal sowie mindestens ein Rettungsfahrzeug notwendig, das die Personen mit positivem Testergebnis umgehend isoliert und betreut. Hinzu müssen noch Sicherheitspersonal, die Kosten für den Auf- und Abbau sowie Reinigung, Möblierung und notwendige Schutzutensilien für die Assistenten gerechnet werden.
  4. Anteil positiver Fälle: 0,25 Prozent. Insgesamt wurden knapp 2.000 Tests (Studierende, Personal, Kunden, Journalisten etc.) durchgeführt. Es gab fünf positive Testergebnisse. Dies entspricht einem Anteil an positiven Fällen von rund 0,25 Prozent.
  5. Standardisierter Ablauf im Umgang mit positiven Fällen. Bewährt hat sich folgender Ablauf: Sofern ein positives Ergebnis vorliegt, wird die Testperson umgehend isoliert (mit Sichtschutz) und vom Sanitäter wird direkt vor Ort ein zusätzlicher PCR-Test durchgeführt. Die Person wird zentral als Verdachtsperson gemeldet und vom Rettungsdienst einzeln in Heimquarantäne gefahren. Sofern die Person mit dem PKW gekommen ist, kann diese sich auch eigenständig in Heimquarantäne begeben. Die PCR-Proben der Verdachtsfälle werden anonym und gesammelt ins Labor gebracht.
  6. Gültigkeitsdauer des Tests. Am zweiten Tag hatte eine Testperson ein positives Ergebnis ohne Symptome, die am ersten Tag noch negativ getestet wurde. Dies bestätigt die Notwendigkeit, dass Antigen-Testungen bei mehrtägigen Veranstaltungen täglich durchgeführt werden müssen, um aktuell ansteckende Personen mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit ausfindig machen zu können.
  7. Hohe Akzeptanz der Tests durch die Teilnehmer. Obwohl die Schnelltests vor den WU-Einführungsvorlesungen aufgrund der absoluten Neuheit des Produkts nur wenige Tage vor der Veranstaltung angekündigt wurden, war die Akzeptanz durch die Testpersonen durchgehend sehr gut. Als „Plan B“ wurde in einem anderen Saal der Vortrag gestreamt, um Personen, welche den Test nicht durchführen konnten oder wollten, eine Alternative bieten zu können. Keine einzige Person verweigerte den Test, daher blieb der Streamingsaal leer. Insgesamt nahmen zwischen 50% und 60% der eingeladenen Studierenden die Möglichkeit wahr, trotz Wartezeiten eine nicht verpflichtende Veranstaltung zu besuchen, welche auch per Streaming von zu Hause aus abrufbar war.




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