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Einbruch der Geschäftsreisen schadet Deutschland massiv

Deutschland ist als international führendes Geschäftsreiseziel von den aktuellen Einschnitten durch die Corona-Krise überproportional betroffen. Darauf weist die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) nach der Auswertung internationaler Studien hin.

|  Foto: Visit Berlin

IPK International hat für 2019 rund 7,5 Millionen Geschäftsreisen aus Europa nach Deutschland ermittelt. MICE-Reisen waren dabei mit einem Anteil von 56% Prozent eine stabile Wachstumsgröße für den Incoming-Tourismus. Insgesamt lag der Geschäftsreiseumsatz aus den europäischen Quellmärkten bei 10,5 Milliarden Euro.

Nun kam der internationale Geschäftsreisemarkt durch die Corona-Pandemie praktisch zum Stillstand - und auch die künftige Entwicklung ist extrem unsicher: Viele Unternehmen und Organisationen setzen vermehrt auf Videokonferenzen und virtuelle Formate wie Webinare oder E-Networkings. Dazu gesellen sich dringend notwendige Kosteneinsparungen als Folge der Wirtschaftskrise.

Langfristige Auswirkungen der Pandemie

Eine von der DZT beauftragte Analyse von Tourism Economics zum Einfluss der Pandemie auf Reisen nach Deutschland kommt jedenfalls zu dem Ergebnis, dass sich der Geschäftsreisemarkt deutlich langsamer erholen wird als die Freizeitreisen: Während das Niveau des Jahres 2019 bei den Deutschland-Urlaubern bis 2023 um 6% übertroffen werden könnte, dürften die Geschäftsreisen 2023 nur 75% des Vorkrisenniveaus erreichen.

Die DZT erwartet aber ohnedies eine grundlegende Neuausrichtung des globalen Geschäftsreisemarkts: Langfristig würden sich durch die Pandemie quantitativ und qualitativ neue Strukturen herausbilden - mit erheblichen Folgen für das Reiseland Deutschland.

Zukunftschancen sieht man hier vor allem in Hybridformaten mit einer digitalen Verknüpfung realer und virtueller Events. Die DZT arbeitet daher im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft mit dem German Convention Bureau (GCB) bereits intensiv an Konzepten für den Veranstaltungsmarkt der Zukunft.

„Großer Bedarf an persönlicher Kommunikation“

„Mit unserer Bedeutung als führender Wirtschaftsstandort in Europa konnten wir Deutschland bis 2019 auf dem internationalen Geschäftsreisemarkt hervorragend positionieren. Wegen der überproportional hohen Marktanteile trifft der Stillstand durch den Lockdown und die weltweite Wirtschaftskrise deutsche Anbieter nun besonders hart,“ betont Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT.

Trotzdem sehe man weiterhin einen „großen Bedarf an persönlicher Kommunikation und praktischer Vermittling von Know-how in realen Treffen“, so Hedorfer: „Ich bin sicher, dass in der Verbindung von Standortvorteilen und innovativen Angeboten mit hybriden Ansätzen viel Potenzial für eine signifikante Wiederbelebung des Marktsegmentes liegt.“ (red)





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