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Österreichs Luftfahrtverband fordert Maßnahmenpaket der EU

Der österreichische Luftfahrtverband ÖLFV unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Airlines und fordert ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Krise.

|  Airbus A319 (c) Austrian Airlines / Michele Pauty

Welche Bedeutung die heimische Luftfahrt hat, habe sich unter anderem an der Rolle von Austrian Airlines bei der Rückholung zahlreicher gestrandeter Passagiere aus dem Ausland sowie beim Transport von Hilfsgütern gezeigt, unterstreicht ÖLFV-Präsident Peter Malanik. Auch wenn derzeit fast alle Flugzeuge still stünden, sei der Wert eines leistungsfähigen heimischen Luftverkehrssystems, das auch in der Krise zuverlässig einsatzbereit bleibt, plötzlich für jeden greifbar.

„Europa braucht auch in der dramatischen Wirtschaftsrezession, die der COVID-19-Krise unmittelbar folgen wird ,eine leistungsfähige Luftverkehrswirtschaft, um nicht gegenüber anderen Weltregionen deutlich und womöglich dauerhaft ins wirtschaftliche Hintertreffen zu geraten“, betont Malanik.

Bündel an Maßnahmen

Für den Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Krise fordert er daher von der EU, ein Bündel von Maßnahmen umzusetzen, damit die Luftfahrt ihre essentielle Rolle dabei spielen kann. Dazu gehören:

  • Erstens müssen umgehend politische Belastungen des Luftverkehrs (Luftverkehrsabgaben etc.) temporär ausgesetzt oder angepasst und danach grundsätzlich überdacht werden.
  • Zweitens müssen unzeitgemäße, regulatorische Kosten des Luftverkehrs jetzt schnell abgebaut werden.
  • Drittens werden Fluggesellschaften und Flughäfen auch direkte, zielgerichtete und nicht diskriminierende finanzielle Unterstützung benötigen, wofür die EU-Regeln für Staatsbeihilfe angepasst werden müssen.
  • Viertens wird der Luftverkehr eine temporäre Ausnahme vom Kartellverbot benötigen, um das europäische Luftverkehrsnetz rasch und koordiniert wieder aufzubauen.

Neue Dimension der Krise

Auch wenn die Luftfahrt in den vergangenen Jahren viele Krisen und Rückschläge verkraftet hat, scheint die Corona-Krise eine noch nie dagewesene Dimension zu haben, wie Malanik anhand von Zahlen aufzeigt: Der europäische Passagierflugverkehr steht fast völlig still.

Am 24. März sind die Flüge in Europa laut Eurocontrol verglichen mit dem Vorjahr um 76% zurückgegangen. Weil viele der noch durchgeführten Flüge essentielle und oft lebensrettende Frachtflüge sind, ist der Rückgang der Passagierflüge noch drastischer.

Die europäischen Behörden reagieren zwar rasch bei der Einschränkung von Flügen, aber langsam bei der Anpassung der kostenintensiven europäischen Vorschriften. Damit sind allein in Österreich rund 90.000 Personen und deren Familien betroffen, deren Jobs direkt oder indirekt mit dem Luftverkehr zusammenhängen.

Europäische Luftfahrt stärker betroffen

Die Einschätzung der IATA ist dramatisch: Für Europa wird von Kapazitätsrückgängen von 90% im zweiten Quartal ausgegangen, von 45% im dritten und immer noch 10% im vierten Quartal. In Asien und Nordamerika werden die Kapazitätsrückgänge mit 50% im zweiten, 25% im dritten und 10% im vierten Quartal auch drastisch, aber geringer als in Europa ausfallen.

Weltweit wird es im zweiten Quartal 65% weniger Kapazität geben und im dritten Quartal 33% weniger. Nur in Europa werden die Fluggesellschaften also voraussichtlich gut die Hälfte ihrer Einnahmen für das ganze Jahr 2020 verlieren. In anderen Weltregionen werden die Einnahmeausfälle zwar hoch, aber nicht so hoch wie in Europa sein.

„Ohne schnelle staatliche Unterstützungsmaßnahmen werden sehr viele Fluggesellschaften und in der Folge sehr viele Flughäfen rasch in existenzbedrohende Situationen kommen. Andere Weltregionen - vor allem China, die Golfregion und die USA werden ihre Luftverkehrswirtschaft - schneller, umfangreicher, kompromissloser und mit weniger Auflagen unterstützen. Wenn das Europa diesmal nicht koordiniert anders handhabt, werden wir eine große Zahl an Airline- und Airport-Pleiten in Europa sehen“, warnt Peter Malanik. (red) 





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