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Wien schafft neue Marke „Meeting Destination Vienna“

Unter der Federführung des Wien Tourismus hat die Stadt Wien ihre neue „Visitor Economy Strategie“ für die Zeit bis 2025 vorgelegt. Auch die MICE-Branche ist darin prominent vertreten: Sie erhält mit „Meeting Destination Vienna“ eine neue Marke.

|  Foto: WienTourismus / Christian Stemper

Wiens Meeting-Industrie sei ein „Vorzeigesegment der Visitor Economy“, ist in dem neuen Dokument zu lesen: Bereits heute sorgt sie für jede achte Nächtigung in der Stadt - und mit rund 540 Euro pro Tag geben Kongressteilnehmer sogar doppelt so viel in der Destination aus wie der Durchschnitt aller Wien-Besucher.

In der Zukunft sollen Tagungen noch mehr zum „Hebel für die internationale Sichtbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Wien“ werden. Dafür will die Stadt durch eine strategische Fokussierung und eine Analyse bestehender Potenziale im Tagungssegment zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die neue Marke „Meeting Destination Vienna“.

„Damit positionieren wir Wien ab sofort noch prägnanter als Destination für Kongresse und Firmenveranstaltungen auf dem Weltmarkt“, erklärt Tourismusdirektor Norbert Kettner. Services zur Unterstützung internationaler Veranstalter und Verbände - etwa bei der Bewältigung von Auflagen oder Schnittstellen zu lokalen Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft - sollen Wiens Vorreiterrolle in der weltweiten Meeting-Industrie weiter ausbauen.

Abschied von den Nächtigungszielen

Generell will sich die „Visitor Economy Strategie 2025“ von reinen Nächtigungszahlen als Zielvorgaben verabschieden. Stattdessen soll sie das Auswirkungen des Tourismus auf die Destination völlig neu definieren und auf eine nachhaltige Entwicklung und ein Ausbalancieren der Bedürfnisse von Einheimischen und Besuchern abzielen. Im Vordergrund steht der Mehrwert für die Stadt, ihre Bewohner und Unternehmen.

„Wien ist ein zunehmend gefragtes Reiseziel und wir bekennen uns weiter zu Wachstum - aber nicht um jeden Preis. Die zentrale Frage für die kommenden Jahre lautet nicht, was unsere Stadt für den Tourismus tun kann, sondern darauf zu fokussieren, was der Tourismus für unsere Stadt tun kann“, formuliert Wiens Bürgermeister Michael Ludwig den neuen Ansatz.

Sechs Ziel-Indikatoren zur Erfolgsmessung

Trotzdem verlangen strategische Ziele nach Messbarkeit und Benchmarks. Die „Visitor Economy Strategie 2025“ definiert daher sechs Ziel-Indikatoren, die Umsatz- und Wertschöpfungseffekte ebenso abbilden wie die Zufriedenheit von Bewohnern und Gästen sowie die ökologische Entwicklungen:

  1. Die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte des Tourismus in Wien sollen bis 2025 von derzeit rund 4 Milliarden Euro um 50% auf 6 Milliarden Euro steigen.
  2. Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Beherbergungsbetriebe als Kernbranche der Visitor Economy soll bis 2025 von knapp 900 Millionen Euro um zwei Drittel auf 1,5 Milliarden Euro steigen.
  3. Aktuell würden neun von zehn Besuchern Wien als Destination weiterempfehlen. Dieser hohe Anteil soll gehalten werden.
  4. Gleichzeitig sind neun von zehn Wienern davon überzeugt, dass Tourismus gut für Wien ist. Diese beachtliche Tourismusgesinnung der Bevölkerung ist zentraler Benchmark und soll trotz Zunahme der Besucher gehalten werden.
  5. Die Zahl der mit dem Österreichischen Umweltzeichen als nachhaltig zertifizierten Wiener Betriebe in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft soll sich von 112 auf 224 verdoppeln.
  6. Die Anreise mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wird gefördert - speziell aus den Nahmärkten: Bis 2025 soll sich das Verhältnis der Personen, die mit dem Auto (26%) bzw. mit der Bahn (21%) anreisen, umkehren.

Zukunftsprojekte mit Hotspot-Potenzial

Besondere Bedeutung kommt neuen urbanen Hotspots wie der Eventhalle und dem Busterminal oder den Uferbereichen von Donau und Donaukanal zu. Bestrebungen der Hotellerie, als Quartierstreffpunkt zu fungieren, soll ebenso Rechnung getragen werden. Wien als Filmstandort soll auch bisher wenig bekannte Facetten der Stadt in Szene setzen und dabei internationale Produktionen von Film über TV bis zu Streamingplattformen stärker anziehen.

Die technologiegestützte Steuerung der Reise- und Shuttlebusse in der Stadt soll Überlastungen zu Spitzenzeiten vermeiden. Für Transfers - etwa von Kreuzfahrtpassagieren - sollen ökologisch verträgliche Verkehrsmittel forciert werden. Qualitätskontrollen und Schulungen für Taxi- und Mietwagenfahrer sowie ein speziell auf Kongress-, Messe- und Meeting-Gäste maßgeschneidertes Öffi-Ticket stellen weitere Handlungsfelder im Mobilitätsbereich dar.

Keine Kooperation mit Massentourismus

„Massentourismus organisiert sich von selbst. Jeder Gast, der Wien besucht, ist uns lieb und teuer – doch Angebote, die ungebremsten Massentourismus mit sich bringen und der Tourismusverträglichkeit entgegenstehen, wird Wien auch in Zukunft weder fördern noch vermarkten“, erklärt Kettner. 

Die Marketingaktivitäten werden sich daher künftig noch fokussierter an jenen Kernzielgruppen ausrichten, die dem Premium-Anspruch der „Visitor Economy Strategie 2025“ entsprechen – beispielsweise die Meeting-Industrie, Luxusreisende oder die LGBT-Zielgruppe. „Gelernte Formate stehen umso stärker auf dem Prüfstand“, kündigt Kettner an, künftig etwa auf die Teilnahme an der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin zu verzichten.

Die vollständige „Visitor Economy Strategie 2025 – Shaping Vienna“ samt weiterführender Informationen, erklärender Grafiken und Videos steht online auf shaping.wien.info zur Verfügung. Diese Microsite wird in den kommenden Jahren auch als Plattform dienen, um den weiteren Prozess und die Fortschritte abzubilden. (red)





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