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Emirates sichert vorerst die Zukunft des Airbus A380

Das drohende Aus für die Produktion des Airbus A380 scheint abgewendet: Die arabische Fluggesellschaft Emirates will beim europäischen Flugzeugbauer Airbus bis zu 36 weitere Exemplare des weltgrößten Passagierjets ordern.

Der Vorvereinbarung mit Emirates sieht einen Festauftrag über 20 Maschinen und Optionen auf weitere 16 Exemplare vor. Ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Riesenfliegers wegen der seit Jahren schwachen Nachfrage über kurz oder lang einstellen müssen, wie  John Leahy, Chief Operating Officer Customers bei Airbus Commercial Aircraft am Montag klargestellt hatte.

„Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass der A380 ein Erfolg für Emirates war und ist. Unsere Kunden lieben das Flugzeug, wir können es in unserem Streckennetz unterschiedlich einsetzen und sind flexibel in Bezug auf Reichweite und Passagier-Mix. Mit der neuen Bestellung wird die Stabilität des A380-Programms sichergestellt“, erklärt Sheikh Achmed.

Bei Airbus herrscht dementsprechend große Erleichterung. Das Flugzeug habe seit 2008 enorm zum Wachstum von Emirates beigetragen und Airbus sei sehr erfreut darüber, dass es dies auch weiterhin tun werde, so John Leahy: „Diese Bestellung bekräftigt das Engagement von Airbus, den A380 für mindestens zehn weitere Jahre zu produzieren. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass weitere Airlines dem Beispiel von Emirates folgen werden und dass dieses großartige Flugzeug bis weit in die 2030er-Jahre hinein gebaut werden wird“.

Milliardenschweres Auftragsvolumen

Der neue Deal über 36 Jets kommt laut Preisliste auf einen Gesamtwert von rund 16 Mrd. USD. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen – vor allem bei wenig gefragten Modellen – hohe Preisnachlässe üblich. Emirates hatte Airbus zudem lange zappeln lassen. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai im November ließen die Araber die Bekanntgabe des bereits vorbereiteten A380-Auftrags kurzfristig platzen und kauften stattdessen 40 Jets beim Erzrivalen Boeing.

Der A380 ist seit 2007 im Liniendienst und mit Platz für bis zu 853 Passagiere der größte Passagierjet der Welt. Airbus hatte ihn damals mit großen Hoffnungen auf den Markt gebracht. Doch die meisten Fluggesellschaften setzen lieber auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A350 und Boeings 787 „Dreamliner“. Diese lassen sich auch auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen. Da sie mit zwei statt vier Triebwerken auskommen, sind sie auch günstiger zu warten.

Die Folge für Airbus: Von insgesamt 317 georderten A380 hatte der Hersteller zum Jahreswechsel nur noch 95 Exemplare zu bauen. Boeing hat allerdings bei seinem größten Typ, der Boeing 747-8, noch größere Probleme. Der vor einigen Jahren als Reaktion auf den A380 modernisierte Jumbo verkauft sich praktisch nur noch als Frachtflugzeug. Für den A380 war Emirates bereits zuvor der mit Abstand größte Kunde. Von den 142 bisher georderten Maschinen dieses Typs sind mehr als 100 bereits im Einsatz. Mit dem neuen Auftrag könnte die Flotte auf bis zu 178 Exemplare wachsen. Dann hätte Emirates die Hälfte aller A380 weltweit. (apa/red)





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