Skip to Content
Menü

micelab:bodensee: Branchenwandel als Herausforderung

Das Würth Haus Rorschach war drei Tage lang der Treffpunkt für 50 Veranstaltungsexperten aus dem Bodenseeraum: Beim zweiten micelab:experts der Weiterbildungsplattform micelab:bodensee teilten sie ihre Erfahrungen mit dem aktuellen Wandel in der Branche.

Persönliche Erlebnisse bildeten dabei den Ausgangspunkt: Acht Teilnehmer erzählten in Kleingruppen ihre Geschichten von Erfolg oder Scheitern – basierend auf der These: „Ich bin der Wandel“. Danach deckten die Teilnehmer in mehreren Reflexionsrunden auf, was es braucht, damit Wandel gelingt. „Erzähler wie Zuhörer haben erfahren, dass Storytelling eine sehr wirksame Form ist, um Lernerfahrungen zu teilen. Da gab es Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten“, berichtet Kurator Michael Gleich.

Mut, Neues auszuprobieren

Sowohl der Mut, ein Risiko einzugehen, als auch die Bereitschaft zu scheitern, sind für Veränderungen notwendig. Wie man dazu kommt, vermittelte Christian Maier-Straub als Trainer spielerisch: Er beschäftigt sich mit „inner game“ und nutzt Körperbewegung, um das „innere Spiel“ von Antreibern und Blockierern erfahrbar zu machen. Die Experts konfrontierte er mit ihrem eigenen Mut und ihren Unsicherheiten beim Jonglieren.

„Auf die Frage, wer jonglieren möchte, meldete sich bei allen gleich die innere Stimme: Das kann ich nicht“, so Maier-Straub. In kleinen Schritten näherten sich die Teilnehmer aber schon nach kurzer Zeit der Fähigkeit an. „Die Jongleure nahmen es als beglückende Erfahrung wahr, dass Lernen ganz leicht sein kann und es nur die Bereitschaft braucht, sich auf Unbekanntes einzulassen“, resümiert Michael Gleich. Eine Erkenntnis, die privat wie beruflich weiterhilft.

Echter Berater statt Bereitsteller

Daran anknüpfend lautete die entscheidende Frage: Wie lassen sich auch Kunden davon überzeugen, bei Veranstaltungen Neues auszuprobieren? „Schlägt ein Mitarbeiter eines Veranstaltungshauses einem Kunden neue Herangehensweisen oder Formate vor, dann bewegt er sich auf einem schmalen Grat zwischen Beratung aus eigener Begeisterung und Missionierung aus Besserwisserei“, beschreibt Michael Gleich die Herausforderung.

Wenn die eigene Begeisterung echt sei, kann sie auf Kunden ansteckend wirken und neugierig machen, ist die Kuratorin und Veranstaltungsdramaturgin Tina Gadow überzeugt. Wichtig sei, mit Kunden präzise über Ziele der Veranstaltung zu sprechen. „Man muss selbst nicht alles wissen oder können. Wichtig ist, Fragen zu stellen, um an den Kern vorzudringen und ein gemeinsames Verständnis für das Gesamtkunstwerk zu erlangen. Die eigene Rolle wandelt sich dabei immer mehr vom reinen Bereitsteller von Räumen zum echten Berater“, so Gadow.

Formate wie Filmmusik

Fast nebenbei probierten die Experten zahlreiche Formate aus. Am Ende waren sie überrascht, wie viele verschiedene Methoden sie in den zweieinhalb Tagen eingesetzt hatten. Das Diskussionsformat „Fishbowl“, das Tool „Event Canvas“, Geh-Spräche, Kleingruppen, bewegtes Feedback, ein mice:slam und vor allem „Collective Story Harvesting“ zählten zu den Arbeitsformen.

„Es gibt unendlich viele Methoden, Ansätze und Formate mit tollen Namen. Letztlich haben sie immer nur dienende Funktion: Sie sollen helfen, die Ziele einer Veranstaltung zu erreichen“, sagt Tina Gadow. Die Kuratorin vergleicht dabei die Formate mit der Filmmusik: „Sie wirken, ohne dass sie bewusst wahrgenommen werden. Sie unterstützen, sind aber nicht selbst das Thema.“

Kollegialer Austausch

Einfache Kunstgriffe ermöglichten beim zweiten micelab:experts viele Begegnungen zwischen jenen, die sich noch nicht kannten. So gelang von Anfang an der kollegiale Austausch über Landes- und Unternehmensgrenzen hinweg. Hilfreich waren auch das unkomplizierte Zusammensein am Abend, die Übernachtung im selben Hotel, die Zufallstischordnung beim Abendessen und die selbst durchgeführten Umbauten.

Die Experts sahen dies als Gewinn. „Wir haben einander kennengelernt und Vertrauen gewonnen. Da greife ich in Zukunft sicher schneller zum Telefon, um mir bei Kollegen am Bodensee Rat zu holen“, resümierte eine Teilnehmerin. „Diese Rückmeldungen der Experten motivieren für das nächste Modul“, freute sich Tina Gadow.

Sehr positiv erlebt wurde etwa der Ansporn, Routinen des Tagesgeschäfts und die eigene Rolle zu hinterfragen. Offenheit, wieder einmal visionär denken können und Anregungen für lebendige Veranstaltungen zu bekommen, kamen ebenso gut an. Das nächste micelab:experts findet von 6. bis 8. November 2017 im Bodenseeforum Konstanz statt. Weitere Informationen gibt’s auf www.micelab-bodensee.com. (red)





Weitere Artikel zu diesem Thema

micelab:bodensee: Drittes Buch widmet sich dem „Ich & Wir“
mice


Corona trifft die Kongress- und Tagungsbranche mitten ins Herz
mice


Zwölf Veranstaltungszentren gründen BodenseeMeeting e.V.
mice