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abta: Spannende „Business Travel Lounge“ in Graz

Zu einer fast futuristischen „Business Travel Lounge“ unter dem Motto „Energie und Intelligenz für ein digitales Zeitalter“ lud Andreas Sturmlechner – abta-Plattformleiter Steiermark und Vorstand der Europäischen Reiseversicherung – kürzlich in die Event-Räumlichkeiten der Energie Steiermark AG in Graz.

Nach einem Kurzreferat von Heinz Risska, Marketing- und Verkaufsleiter von Hertz, berichtete Thomas Wiedner, Innovationsmanager bei Energie Steiermark, über die gravierenden Veränderungen innerhalb der Energiewirtschaft und über neue zukunftsweisende Geschäftsfelder.

Danach war das Publikum nochmals in besonderer Weise gefordert: Programmierweltmeister Dr. Rüdiger Off, Forscher bei GoogleX im Silicon Valley und Entwicklungsleiter bei Highpots ThinkFab, sprach über künstliche Intelligenz und Massendatenverarbeitung und erklärte, warum die Reiseindustrie zur Absicherung ihrer Geschäftsfelder Quanten-Computer braucht.

Travelling at the speed of Hertz

Die Firmenphilosophie des bereits 1914 gegründeten und in 150 Ländern vertretenen Unternehmens Hertz sei seit jeher das Bemühen, einen erstklassigen, stets dem Zeitgeist angepassten Service zu leisten, so Heinz Risska. In Österreich wird Hertz seit mehr als 40 Jahren von der Rienhoff GmbH als Franchisenehmer repräsentiert.

Mit Bezug auf das Thema Elektromobilität betonte Risska, dass Hertz bereits 1996 das erste Elektrofahrzeug im Fuhrpark hatte. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen sei aber bei den Kunden von Hertz sehr beschränkt, da 50% der Klientel die Autos am Flughafen Wien anmieten, um damit nach Osteuropa zu fahren.

Dem Service-Gedanken immer Rechnung tragend, sei der Renner unter den angebotenen Kategorien das Programm für Vielreisende „Hertz Gold Plus Rewards 5 Star“, erklärte Risska. Weitere beliebte Kategorien seien die „Hertz Collection“ mit den Linien „Family Collection“, „Fun Collection“, „Green Collection“ und „Prestige Collection“. In diesen Klassen hätten die Mitglieder immer ein Fahrzeug garantiert. Zudem gibt es noch die „Hertz Classics“ – bestehend aus 20 Oldtimern, die vor allem für Incentives, Genusstouren oder Oldtimer-Rallyes angemietet werden.

„Urban Boxes“ als neues Produkt der Energie Steiermark

Thomas Wiedner verdeutlichte den abta-Mitgliedern, warum Energie Steiermark den Weg zur Innovation einschlug: Ein sich rasch wandelndes Wettbewerbsumfeld führte zu einer rasant sinkenden Rentabilität im Bereich der Rohstoffe. Das heißt: Die Erträge im Kerngeschäft des Energiebezugs gingen zurück und müssen durch neue Geschäftsfelder abgesichert werden.

Viel verspricht sich das Management vom neuen Innovationsfeld „Lebensenergie“, das Elektromobilität genauso wie Versorgung, Recycling und Nachhaltigkeit umfasst. Dafür ist die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern notwendig. Ein erstes „Co-working“-Projekt sind die „Urban Boxes“ – gedacht für Startups mit Menschen, die unter einem Dach gemeinsam neue Ideen entwickeln wollen.

Ab dem Sommer wird so ein Prototyp in Graz stehen. Thomas Wiedners Vision: Die Urban Boxes sollen zum Stadtgespräch werden. Es werde dort nicht nur Energie verkauft, sondern die Kunden sollen gleichzeitig mit „Wohlfühl-Elementen“ überzeugt werden. Das gelte sowohl für die Dienstleistung als auch für attraktive Produkte.

Die zweitgrößte datenverursachende Branche der Welt

In einem hoch wissenschaftlichen Referat versuchte Dr. Rüdiger Off anschließend dem Publikum zu erklären, warum die Reiseindustrie eine Quantenfunktion brauche. Der Wissenschaftler, der drei Kleinsatelliten entwickelte, bei CERN und beim Max Planck-Institut geforscht hat und heute auch für Google X im Silicon Valley tätig ist, entwickelt bei der Denkfabrik HighPots ThinkFab neue Software für innovative Marketingmethoden auf Basis der BigData-Filterung.

Seiner Überzeugung nach braucht die Reisebranche unbedingt Quantencomputer, denn sie sei die zweitgrößte datenverursachende Industrie weltweit – neben der Erotik- und der Spielbranche. Man könne durch wissenschaftliche Methoden eine zielgerichtete Filterung der enormen Datenvolumina vornehmen und damit ein punktgenaues, auf den Kunden abgestimmtes Marketing für Reiseunternehmen erstellen.

Voraussetzung für die Datenanreicherung und das bessere Kennenlernen der Kunden sei ein Vertrauensaufbau des Unternehmens zu seinen Konsumenten – mit dem Endziel, ein Präzisionsangebot erstellen zu können. So könne Off für Marketingabteilungen das Konsumentenverhalten analysieren und entsprechende Lösungen anbieten. Beispielsweise sei es möglich, die Interessen der Kunden mit mehr 200.000 EUR Einkommen zu filtern oder nach Charaktertypen soziökonomische Parameter zu erstellen.

Die Feinde von TUI & Co sind Google und Microsoft

Nur E-Mails zu schicken. sei der sichere „Marketing-Tod“, so Off. Seine Methoden würden es Unternehmen hingegen ermöglichen, herauszufinden, auf welchem Kanal sie ihre Kunden am besten ansprechen. Off spricht dabei von so genannten „Kampagnenkanälen“ und „Zielgruppen-Clustern“, über die es möglich sei, für jeden Menschen genau das anzubieten, was er haben möchte.

Schon jetzt gäbe es immer mehr Unternehmen mit ursprünglich anderen Geschäftsfeldern, die sich verstärkt der Datenanalyse widmen, um global ins Reisegeschäft eingreifen zu können. Off: „Die Feinde von TUI und Lufthansa sind heute nicht der Branchen-Wettbewerb, sondern Google und Microsoft.“

Dieser Text wurde tma-online von Dr. Elisabeth Zöckl zur Verfügung gestellt. Die Redaktion bedankt sich herzlich!





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