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Arbeit im Wandel – Zuversicht oder Zukunftsangst

Über den permanenten Wandel der Arbeitswelt mit dem Menschen im Mittelpunkt hielt Ursula della Schiava-Winkler, Autorin des Buches „Arbeit anders“, einen spannenden Vortrag, der alle Themen umfasste die die Menschen derzeit bewegen.

Foto: Robert Knotz
Foto: Robert Knotz abta-Präsident Andreas Gruber, Buchautorin Ursula Della Schiava-Winkler und abta-Vorstandsmitglied Markus Grasel

„Wenn wir an Arbeitsveränderung denken, dann vor allem an Büros, Maschinen, Computer“, so della Schiava-Winkler. Die Arbeitsveränderung beschäftige sich aber weniger mit den Menschen, mit welchen Gefühlen sie ihre Arbeit tun, was sie fordere, überfordere, was Arbeit gebe und wozu sie zwinge, das bleibe oft unsichtbar. Die Arbeitswelt werde immer bunter, wir erleben eine ständige Beschleunigung, und diese Veränderungen werden oft von Technikern oder Marketinggurus genützt, um Angst zu machen.

„Ich wollte mit meinem Buch und den darin enthaltenen Untersuchungen und Analysen die Zuversicht der Menschen stärken“, so die Autorin.

Heute erlebe man in der Arbeitswelt schon Veränderungen wie Ortsunabhängigkeit, Digitalisierung (Technologieangst), Leistung versus Zeit, ein komplett anderes Generationenverhalten (die unter 30-jährigen ticken anders). „Durch die Digitalisierung ändert sich die Arbeit, es wird jedoch sogar ein Mehr an Beschäftigung und an Wohlstand geben, auch wenn manches ersetzt werden wird. Das wichtigste sind Innovationen, je mehr Innovationen, desto mehr an Arbeit schaffen wir uns jetzt“, so della Schiava-Winkler.

Gesunde Arbeitszeit

Über die Untersuchungen zur Arbeitszeit sagt die Autorin: „Wir haben heute eine sinkende Arbeitszeit bei steigender Produktivität. Die bereinigte Arbeitszeit liegt derzeit bei 34,2 Stunden pro Woche. Die gesunde Arbeitszeit ab 40 beträgt 25 bis 30 Stunden. Mehr als 30 Stunden bringen eine Minderung der kognitiven Fähigkeiten (z. B. Details fallen einem nicht ein). Mehr als 60 Stunden sind gleichzusetzen mit nicht arbeiten – beides verursacht Stress bzw. totale Überlastung“. Österreich steht an zweiter Stelle in der EU bei Teilzeitjobs (29%, 1,2 Mio. Menschen), wobei der Anteil bei Frauen 47% beträgt (2017 lt. Statistik Austria), Tendenz steigend.

Interessanterweise steigen auch die Teilzeitbedürfnisse bei Männern. Mittlerweile kommen hierzulande auf 100 Vollzeitstellen 38 Teilzeitjobs. Nine to Five habe vollkommen ausgedient, es gebe künftig komplett andere Anforderungen an die Arbeitszeit.

Digitaler Wandel

Durch den digitalen Wandel werde die Arbeitswelt in einem kontinuierlichen Prozess umgestaltet. Einige etablierte Berufsbilder werden verschwinden und neue Jobprofile entstehen. Laut „Trending Topics“ werden für 80% der Jobs künftig Kenntnisse aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik erforderlich sein. Gewinner der globalen Trends sind IT, Telekommunikation, Mobilität und Logistik.

Der Dienstleistungssektor werde massiv wachsen, es gebe jedoch zu wenig Fachkräfte. Alles was automatisiert sei, werde durch Roboter ersetzt werden (z. B. Kassierin im Supermarkt), vieles sei allerdings noch im Ausprobierstadium. „Gegen die Roboterisierung spricht die soziale Kompetenz: Lächeln, Herzlichkeit, Gefühle zeigen“, so die Autorin.

Die Analysen ergaben, dass sich die Berufsbilder massiv verschieben werden: Kinder von heute werden acht Berufe haben, so heißt es. Tayloristische standardisierte Prinzipien (Massenproduktion) haben ausgedient, da genügten Fleiß, Willigkeit und Disziplin. Die heute erforderlichen Kompetenzen fokussieren auf Faktoren wie Beziehung, Kooperation, Anerkennung, Feedback, Dialog. Die Fluktuation steige weiter, der derzeitige Schnitt von vier Jahren Verweildauer im Betrieb werde in den qualifizierten Bereichen noch weiter sinken, es sei mit einem Durchschnitt von zwei Jahren Wechselbereitschaft zu rechnen. Die Art des Lernens der Kompetenzen sei in Veränderung, es sei ständig neugieriges Lernen erforderlich, z. B. Metaskilling (Reflexionsfähigkeit).

Neue Strukturen

Neue Organisations- und Arbeitsformen in hierarchiefreien Teams entstehen, so die Autorin. Die Dehierarchisierung gehe einher mit Selbstorganisation von Teams und Teameffizienz. Zukunftsfähige Unternehmen strukturieren sich entlang der Kundenaufgaben und stellen die Mitarbeiter-Experience in den Mittelpunkt. Für Manager werden sich die zentralen Führungskompetenzen ändern, erforderlich werden sein: Empathie 70%, Innovation 71%, Veränderungsmanagement 68%, Datenanalyse 67%, Fähigkeit zu funktionsübergreifender und interner Vernetzung 65%. EZ





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