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Verbände kritisieren Erhöhung der DCC-Gebühr durch Lufthansa

Mitten in der Corona-Krise verkündet die Lufthansa Group, ab 1. Oktober 2020 die Distribution Cost Charge (DCC) von 16 auf 19 Euro zu erhöhen. Als Grund werden die gestiegenen GDS-Kosten seit der DCC-Einführung im September 2015 genannt.

|  Mag. Gregor Kadanka (c) Mondial

Als Alternative schlägt die Lufthansa Group ihre von der DCC befreiten Buchungswege vor - die Lufthansa Group Airlines Direct NDC API, SPRK, lhgroup-agent.com und die jeweiligen Webseiten der Airlines. Leider seien diese Tools aber für die meisten Reisebüro-Buchungen nicht tauglich und die Lufthansa habe es seit 2015 nicht geschafft, einen adäquaten Ersatz für die GDS zu bieten, kritisiert die Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

„Nachdem die Reisebüros den Airlines monatelang kostenlose Kredite in Form von ausständigen Rückzahlungen gewähren und sich unverschuldet den Unmut der Kunden zuziehen mussten, wäre es angebracht, endlich alle Rückerstattungen abzuwickeln, anstatt sich zu überlegen, wie man es den Reisebüros schwerer macht“, zeigt sich Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbands der Reisebüros in der WKO, erbost.

Zusammenhalt gefordert

Mitten in der größten Krise, die es in der Reisebranche je gab, zeige die Lufthansa Group einmal mehr, wie man mit seinen Partnern nicht umgehen sollte, so Kadanka. Seiner Ansicht nach sei es jetzt enorm wichtig, dass alle touristischen Leistungsträger gemeinsam mit den Reisebüros an einem Restart der Branche arbeiten und Lösungen für die aktuellen Problemfelder finden. Die Lufthansa Group mache aber genau das Gegenteil.

Gerade die Krise habe gezeigt, wie wichtig ein persönlicher Ansprechpartner für die Kunden ist. „Wir erwarten uns, dass die Kunden den Vorteil der Pauschalreise und den Wert einer persönlichen Beratung wieder zu schätzen wissen und ihren Urlaub vermehrt im Reisebüro buchen. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein wäre es also auch für die Airlines eine gute Zusammenarbeit mit ihren Vertriebspartnern wichtig“, sagt Kadanka.

Auch Thomas Kreillechner, Leiter des ÖRV-Flugausschusses, kann die Maßnahme der Lufthansa nicht nachvollziehen: „In einer Zeit, wo man alles unternehmen sollten, neue Geschäfte zu generieren, ist es noch unverständlicher, den Vertrieb der Tickets über Reisebüros zu verteuern und damit die Differenz zwischen Online und Reisebüro noch mehr zu erhöhen. Auch die Covid-19-Krise hat bei der Lufthansa leider zu keinem Umdenken geführt“. (red) 





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