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Branchenvertreter kritisieren neue Best-Preise der Lufthansa Group

Knapp drei Wochen hat es gedauert, bis die Branchenvertretungen ihre Kritik an den Best-Preisen der Lufthansa Group öffentlich äußern. Nach dem Bekanntwerden des neuen Lufthansa-Schachzugs während der ITB Anfang März war es in der Branche zunächst erstaunlich ruhig geblieben.

Nun - wenige Tage, bevor die Best-Preise Anfang April im direkten und im NDC-Vertrieb freigeschaltet werden, reagieren der DRV und die WKÖ in Aussendungen an die Fachpresse. Die Ungleichbehandlung verschiedener Vertriebskanäle sei eindeutig: Künftig sind Tickets im Direktvertrieb oder über NDC-Buchungskanäle günstiger als die, auf die Reisebüros über herkömmliche GDS zugreifen können.

Zudem wird die Sitzplatzreservierung auf der Langstrecke nur über die geförderten Kanäle günstiger. „Die Buchung im Reisebüro wird damit unattraktiver für Kunden. Reisebüros werden gezwungen, auf andere Systeme umzusteigen, um weiterhin wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können. Damit gehen aber auch sämtliche Preisvergleichsmöglichkeiten, die über GDS möglich sind, verloren“, zeigt sich Felix König, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, empört.

Marktbeherrschende Stellung in Österreich?

Gegen die Ungleichbehandlung der Vertriebskanäle hat der Fachverband bereits zu einem früheren Zeitpunkt einen Klage gegen die Lufthansa eingebracht. In einem noch nicht rechtskräftigen Urteil des österreichischen Kartellgerichts wurde festgehalten, dass bei der Lufthansa Group gegenüber den österreichischen Reisebüros eine relative Marktbeherrschung vorliegt.

„Die Lufthansa-Gruppe treibt auch während des laufenden Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof die Verdrängung der Reisebüros voran und schwächt damit diese für die Konsumenten wichtige, objektive Vertriebsstelle für Flugreisen. Wir werden alle Schritte der Lufthansa jedenfalls mit Argusaugen beobachten und gegebenenfalls weiter dagegen vorgehen“, so König weiter.

DRV: „Knüppel in die Beine“

Auch seitens des Deutschen Reiseverbands wird Kritik laut: „Die Lufthansa wirft damit Knüppel in die Beine des Reisebürovertriebs. Sie entzieht dem Fremdvertrieb wettbewerbsfähige Preise und verabschiedet sich aus dem neutralen Preis-Leistungsvergleich“, bewertet Ralf Hieke, DRV-Vizepräsident der mittelständischen Reisemittler, die Lufthansa-Aktivitäten. Otto Schweisgut, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Flug, ergänzt: „Das ist eine klare Diskriminierung des Fremdvertriebs durch gravierende Wettbewerbsvorteile für den Eigenvertrieb.“

Heftige Kritik kommt auch aus den Reihen der Geschäftsreisebüros, vor allem in Richtung mangelhafter technischer Umsetzung. Die Kombination von Farelogix und Direct Connect sei für TMCs schlichtweg ungeeignet. „Das ist keine funktionierende Lösung. Alles ist mit mehr manuellem Aufwand verbunden. Farelogix bringt nichts“, resümiert ein verärgerter Hannes Schwarz, FCM Columbus und Leiter des Luftfahrtausschusses im ÖRV. (red)





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